Die Hamburger Privatbank M.M.Warburg trennt sich von ihrem Luxemburg-Geschäft. Sie hat sowohl die Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) Warburg Invest Luxembourg als auch die Bank M.M.Warburg & Co Luxembourg zum Verkauf gestellt. Entsprechende Informationen von FONDS professionell ONLINE und dem Branchendienst Finanz-Szene.de bestätigte ein Sprecher der Bank am Montagabend.

Das Institut prüfe einen Verkauf der beiden Tochtergesellschaften "an eine amerikanische Investorengruppe, die die guten Perspektiven für das weitere Wachstum der Gesellschaften erkannt hat", teilte der Sprecher mit. "Die Gespräche sind unter Exklusivität weit fortgeschritten und der Abschluss der Transaktion soll im vierten Quartal 2017 erfolgen." Die Umsetzung erfolge, sobald alle notwendigen regulatorischen und kartellrechtlichen Genehmigungen vorlägen.

Konzentration auf das Geschäft in Deutschland
Mit der Veräußerung würde sich die Bank auf den Ausbau des deutschen Asset Managements konzentrieren und "regulatorische Komplexität" abbauen, so der Sprecher. In Deutschland verzeichne die Sparte ein überdurchschnittliches organisches Wachstum. Auch "strategische Akquisitionen" kämen in Betracht.

"In Luxemburg erfolgte in den vergangenen Jahren das starke Wachstum vor allem im Bereich Alternative Investments mit dem Schwerpunkt Administration", heißt es in der Stellungnahme gegenüber FONDS professionell ONLINE. Diese Ausrichtung stehe künftig nicht mehr im Fokus der Warburg-Strategie, könne aber mit dem Käufer als strategischem Partner erfolgreich fortgesetzt werden.

Rund 22 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen
Warburg Invest legt nicht nur eigene Fonds auf, sondern auch bietet auch White-Label-Lösungen für unabhängige Vermögensverwalter an – sowohl in Hamburg als auch in Luxemburg. Die Luxemburger KVG der Hamburger Privatbank verwaltete Ende des vergangenen Geschäftsjahres rund 22 Milliarden Euro, geht aus dem jüngsten Geschäftsbericht des Instituts hervor. Rund 14,4 Milliarden Euro davon entfallen auf Fonds. Das Unternehmen administriert auch die Fonds der deutschen Schwestergesellschaft Warburg Invest Kapitalanlagegesellschaft, die Ende 2016 in Summe 7,4 Milliarden Euro verwaltete. Diese Hamburger Einheit bliebe der Luxemburger Gesellschaft auch nach dem Verkauf als Kunde "eng verbunden", so der Sprecher.

Die Bank M.M.Warburg & Co Luxembourg dient vor allem als Verwahrstelle für Luxemburger Investmentvermögen. Dem jüngsten Geschäftsbericht zufolge betreute die Bank in dieser Funktion zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres 316 Fonds mit einem Volumen von 23,6 Milliarden Euro.

Publikumsfondsgeschäft eher klein
Aus der monatlichen Investmentstatistik des Branchenverbands BVI lässt sich ablesen, wie gut das Geschäft des Anbieters mit Wertpapierpublikumsfonds läuft. Ende September verwaltete die Warburg-Invest-Gruppe für Kunden aus Deutschland demnach rund 4,7 Milliarden Euro in solchen Portfolios. Etwa 1,1 Milliarden Euro davon entfallen auf die Luxemburger KVG. In den vergangenen Jahren entwickelte sich dieses Teilgeschäft eher durchwachsen: Unter dem Strich steht das Vermögen der Luxemburger Einheit in Wertpapierpublikumsfonds laut BVI gut zehn Prozent unter dem Niveau, das Ende 2007 – also vor Ausbruch der Finanzkrise – erreicht war. Die Hamburger KVG schlug sich besser (siehe Grafiken in der Bilderstrecke oben). (bm)