Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat ihre Streikdrohung nach eigenen Angaben wahr gemacht. Im Rahmen der laufenden dritten Verhandlungsrunde für die Tarife der Innendienstmitarbeiter des privaten Versicherungsgewerbes legen heute Beschäftigte in 16 Städten die Arbeit nieder.

Konkret sind die Büros von Versicherungen in Berlin, Bremen, Duisburg, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Kassel, Kiel, Koblenz, Köln, Mannheim, Münster, München und Stuttgart betroffen. Zudem hat die Gewerkschaft Beschäftige in Leipzig und im Saarland zu Protestaktionen aufgerufen.

Unzureichendes Angebot der Arbeitgeber
Hintergrund der Aktion ist, dass die Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde ihr ursprüngliches Angebot für die Tarife der Innendienstmitarbeiter nur geringfügig nachgebessert hätten. Die am 2. Juni angebotenen Gehaltssteigerungen beliefen sich dabei über einen Zeitraum von drei Jahren auf Erhöhungen von durchschnittlich nur 1,1 Prozent pro Jahr.

Verdi fordert für die rund 170.000 Beschäftigten im privaten Versicherungsgewerbe dagegen eine Erhöhung der Einkommen einschließlich aller Zulagen um 4,5 Prozent sowie 50 Euro mehr für Auszubildende in jedem Ausbildungsjahr. Diese sollen zudem später unbefristet übernommen werden. Auch Warnstreiks Ende Mai haben nicht geholfen.

Zudem haben die Versicherer alle Vorschläge der Gewerkschaft zum mobilen Arbeiten, zur Qualifizierung und zur Beschäftigungssicherung abgelehnt. Diese hatte Verdi in dem "Zukunftstarifvertrag Digitalisierung" zusammengefasst. (jb)