Ausgerechnet die Deutsche Kreditbank (DKB) will künftig eine Gebühr von 180 Euro erheben, wenn Kunden im Ausland ihre Kreditkarte verlieren und sich eine neue nachschicken lassen. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Die DKB ist sonst bekannt für ihr kostenloses Girokonto und günstige Karten, weshalb sie besonders bei jungen, internetaffinen Kunden beliebt ist. Die Verbraucherzentrale spricht laut "FAZ" denn auch von einer "Gebührenkeule", die Bankkunden mit voller Wucht treffe. 

Die DKB hat indes auf die Kritik der Verbraucherzentrale reagiert. Demnach soll die Gebühr nur unter zwei Umständen fällig werden: Zum einen wird die neue Regelung erst ab 1. Dezember wirksam sein. Dann werden unterschiedliche Änderungen an den Kontomodellen der DKB wirksam, einige durchaus zum Vorteil der Kunden. Zum anderen soll nur eine bestimmte Gruppe von Kunden betroffen sein: diejenigen, die keinen Geldeingang von mindestens 700 Euro im Monat auf ihrem Konto nachweisen können.

Diese Unterscheidung von Kunden mit regelmäßigem Geldeingang und ohne nehmen auch andere Banken schon vor, bei der DKB aber ist sie neu. Damit soll unterschieden werden zwischen Kunden, für die das Institut gleichsam die Hausbank ist ("Aktivkunden"), und solchen, die das Online-Girokonto lediglich als Zweitkonto verwenden ("Nicht-Aktivkunden").

Aktivkunden bekommen weiterhin einen Sonderservice
Normalerweise stellt die Direktbank nach eigenen Angaben allen Kunden, die ihre Kreditkarte verloren haben, kostenlos eine Ersatzkarte zur Verfügung. Auch eine Notfallkarte, die eilig zum Urlaubsort zugestellt wird, erhalten laut DKB derzeit alle Kunden unentgeltlich.

Diesen Sonderservice erhalten "Aktivkunden" ab Dezember auch weiterhin. Auch alle anderen Kunden könnten ihn weiterhin nutzen, so die DKB – in diesem Fall würden allerdings eben jene ominösen 180 Euro berechnet, die sich laut Bank an den Visa-Gebühren und den Kurierkosten orientieren: "Der Kunde kann aber natürlich entscheiden, ob er dann nicht lieber die kostenlose Ersatzkarte an den Wohnort geschickt haben möchte", zitiert die "FAZ". (fp)