In die abgebrochenen Tarifverhandlungen bei der Postbank kommt neue Bewegung. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und das zur Deutschen Bank gehörende Bonner Institut werden am Montag, dem 23. Oktober 2017, zu einer neuen Verhandlungsrunde zusammenkommen. Als Grundlage dafür stellte die Postbank ein verbessertes Angebot in Aussicht, wie die Gewerkschaft mitteilt.

"Wir sind bereit, die Verhandlungen weiterzuführen, weil die Arbeitgeber signalisiert haben, dass sie ein verbessertes Angebot vorlegen wollen", kommentierte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck die aktuelle Entwicklung. Diese Bewegung sei ein Ergebnis der bereits durchgeführten Warnstreiks. Duscheck wies zugleich darauf hin, dass es zu unbefristeten Streiks kommen könne, falls es eine Einigung erneut scheitert.

Kein ausreichender Kündigungsschutz
Hintergrund der Verhandlungen sind die Bemühungen der größten deutschen Bank, ihre als unverkäuflich geltende Tochter wieder vollständig in das eigene Privatkundengeschäft zu integrieren. Betriebsräte befürchten in diesem Zusammenhang einen Kahlschlag bei den Arbeitsplätzen. Daher fordert Verdi einen Kündigungsschutz bis Ende 2022, die Arbeitgeberseite möchte diesen nur bis 2019 gewähren.

Zudem zeigte sich Verdi über das bisherige Angebot der Bank für die Gehälter der Mitarbeiter enttäuscht: Die Postbank-Führungsebene ist nicht bereit, über die angebotenen 1,5 Prozent zum 1. November 2017 und 1,0 Prozent zum 1. Februar 2019 hinauszugehen. Die Gewerkschaft fordert dagegen eine Erhöhung der Gehälter um fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und eine deutliche Anhebung der Ausbildungsvergütungen sowie weitere unternehmensspezifische Forderungen. Dazu zählen auch Gespräche über einen Zukunftstarifvertrag führen, der auch Regelungen zur Digitalisierung beinhalten soll.

Verhandelt wird für rund 18.000 Beschäftigte bei der Postbank, Postbank Filialvertrieb sowie der BHW-Gruppe und weiterer Tochterunternehmen (Betriebscenter für Banken, PB Service, PB Direkt, BHW KSG, PB Firmenkunden). (jb)