Der US-Asset-Manager PGIM Investments kommt gut bei seiner internationalen Expansion voran. "Vor fünf Jahren kamen nur 20 Prozent unserer Assets von außerhalb der Vereinigten Staaten, inzwischen sind es bereits 30 Prozent. Wir haben also schon einiges erreicht, aber nach wie vor einen weiten Weg vor uns", sagte PGIM-Investments-Chef Stuart Parker im Interview mit FONDS professionell, das in voller Länge in der aktuellen Heftausgabe 3/2017 erschienen ist.

PGIM darf in der Welt des Asset Managements als unbekannter Riese gelten, zumindest in Europa. Der Vermögensverwaltungsarm des US-Versicherungskonzerns Prudential Financial unterhält Büros in 16 Ländern auf fünf Kontinenten und verwaltet rund 1,1 Billionen US-Dollar – damit ist das Unternehmen nach eigenen Angaben der neuntgrößte Asset Manager der Welt.

Dennoch dürfte der Name hierzulande den wenigsten bekannt sein. Das liegt auch daran, dass die Marke recht neu ist – sie ist international erst seit dem vergangenen Jahr im Einsatz. "Wir haben uns dazu entschieden, überall auf der Welt die gleiche Dachmarke zu verwenden", sagt Parker. In Teilen Europas wurden die Fonds unter der Marke Pramerica vertrieben, im Heimatmarkt USA trat das Unternehmen als Prudential auf. "Das war überhaupt nicht konsistent – und wurde auch unserem Anspruch nicht gerecht, als globales Haus zu agieren", so Parker.

"Der Ausbau des Europageschäfts hat hohe Priorität"
Parker verantwortet als Chef von PGIM Investments den Vertrieb der Publikumsfonds weltweit. Dieser Geschäftszweig habe sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt, berichtet er. "In den USA konnten wir nach der Finanzkrise überproportional schnell wachsen. Inzwischen verwalten wir dort 87,5 Milliarden US-Dollar in Publikumsfonds und gehören damit zu den 25 größten Anbietern in diesem Segment." Seit 2013 ist PGIM Investments mit einer UCITS-Palette in Europa präsent. "Das Volumen konnten wir bislang Jahr für Jahr verdoppeln auf inzwischen gut 2,2 Milliarden US-Dollar. Der Ausbau des Europageschäfts hat hohe Priorität für unser Unternehmen."

Die UCITS-Fonds werden von Irland aus verwaltet. Die Palette umfasst 24 Fonds, die in 13 europäischen Ländern angeboten werden. "Das Angebot soll weiter wachsen, wir werden weitere Anlagestrategien aus den USA nach Europa holen", so Parker.

"Mal liegt aktives Management vorne, mal passives"
In den USA stehen klassische Fondsanbieter seit Jahren unter Druck. Anleger ziehen Milliarden aus aktiv gemanagten Portfolios ab und schichten ihr Geld in billige Indexfonds um. PGIM sei davon jedoch nicht betroffen, berichtet Parker. "Wir stemmen uns gewissermaßen gegen diesen Trend. Im institutionellen Geschäft blicken wir auf 14 Jahre in Folge mit Mittelzuflüssen zurück, und unsere Publikumsfonds in USA sammeln seit acht aufeinander folgenden Jahren unter dem Strich Geld ein."

Die Debatte um aktives oder passives Asset Management hält Parker ohnehin für übertrieben. Es sollte nicht "aktiv oder passiv" heißen, sondern "aktiv und passiv", so seine Überzeugung. "Beides hat seine Berechtigung. Ich bin seit 30 Jahren im Geschäft und habe schon früher Phasen erlebt, in denen Indexfonds jahrelang outperformt haben. Inzwischen sind wir im siebten oder achten Jahr, in dem die aktiven Manager branchenweit insgesamt schlechter abschneiden – aber das ist nichts Ungewöhnliches, und es kommen auch wieder andere Zeiten." Seiner Beobachtung nach gebe es Zyklen, die sich ablösen: "Mal liegt aktives Management vorne, mal passives. Aktiv ist gerade außer Mode, aber Alpha kommt nie aus der Mode."

"Die Produktselektion muss effizient sein"
Im europäischen Vertrieb spricht PGIM Investments derzeit eine klar umrissene Zielgruppe an. "Um in den UCITS-Markt zu kommen, möchten wir uns zunächst auf professionelle Fondskäufer von international tätigen Finanzinstituten konzentrieren", sagt Parker. "Wir werden kein Heer von Vertrieblern beschäftigen, die in der Fläche unterwegs sind, sondern mit den Zentralen arbeiten, die ihre Empfehlungen global an ihre Private-Banking-Berater weitergeben."

Die global agierenden Institute hätten einerseits mit der Regulierung und andererseits mit dem zunehmenden Kostendruck zu kämpfen. "Die Produktselektion muss effizient sein", betont Parker. "Die Fondsselektoren können sich nicht mit jedem Asset Manager beschäftigen. Sie arbeiten lieber mit einigen großen Anbietern enger zusammen, die ihnen dafür eine breite Palette an Produkten und Dienstleistungen bieten können – und das über verschiedene Länder hinweg." (bm)


Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 3/2017 von FONDS professionell. Angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.