Die Krise beim Containeranbieter P&R zieht weitere Kreise. Nun haben auch die Holdinggesellschaft, die P&R AG, und die P&R Transport-Container GmbH Insolvenz angemeldet. Die letztgenannte Gesellschaft ist die Emittentin der Container-Direktinvestments, die P&R seit 2017 nach dem Vermögensanlagengesetz per Prospekt aufgelegt hat. Vorläufige Insolvenzverwalter sind wie bei den anderen zahlungsunfähigen P&R-Gesellschaften Michael Jaffé und Philip Heinke.

Die P&R Transport-Container GmbH verwaltet nach Unternehmensangaben derzeit die Investitionen von rund 14.900 Anlegern, wobei 95 Prozent davon auch Verträge mit den bereits seit 19. März unter vorläufiger Insolvenzverwaltung stehenden P&R Container-Verwaltungsgesellschaften abgeschlossen haben sollen. In die Direktinvestments mit den Angebots-Nummern 5001 bis 5005 und 6001 bis 6005 (Private Placements) haben Anleger schätzungsweise weit mehr als eine Milliarde Euro investiert.

Erdrückende Zahlungslasten
"Die P&R Transport-Container GmbH konnte die sich aus der Schieflage der Gruppe ergebenden finanziellen und bilanziellen Folgen nicht mehr bewältigen. Trotz aller Bemühungen ließ sich keine positive Fortführungsprognose darstellen, sodass die Insolvenzantragstellung unvermeidlich war", erklärten die vorläufigen Insolvenzverwalter in einer Aussendung. Dies sei auch der Grund für den Insolvenzantrag der P&R AG, die im Wesentlichen als Management- und Dienstleistungsgesellschaft für die deutschen Tochtergesellschaften in Grünwald fungiere.

Ende offen
Die Insolvenzverwalter haben erwartungsgemäß erklärt, dass sie die Geschäfte der zahlungsunfähigen Gesellschaften fortführen. Um Einnahmen zu erzielen, müsse die Containervermietung weltweit störungsfrei fortgeführt werden. "Jede Störung kann schwerwiegende Folgen für die Anleger haben, denn nur wenn die Container weiterhin vermietet bleiben, können die entsprechenden Erträge gesichert und realisiert werden“, betonten die Juristen der Kanzlei Jaffé. Es könne erst nach Abschluss der Bestandsaufnahme, die "geraume Zeit“ in Anspruch nehme, entschieden werden, welche Verwertungsmöglichkeiten im Interesse der Anleger das "bestmögliche Ergebnis" bringe. (ae)