Im Sommer ist die ehemals stolze Privatbank Sal. Oppenheim endgültig ein Fall für die Geschichtsbücher. Spätestens dann möchte die Deutsche Bank ihre Tochter vollkommen integriert haben. Offen ist aber noch, was aus dem Kölner Oppenheim-Stammsitz wird, wie der "Kölner Stadtanzeiger" berichtet. Die Immobilie im Bankenviertel der Rheinmetropole befindet sich im Besitz der Deutschen Bank. Diese wiederum hat ihren regionalen Sitz direkt gegenüber nur angemietet.

Die Entscheidung, die 1789 ins Leben gerufene, traditionsreiche Marke zu beerdigen, hat die Deutsche Bank vergangenen Oktober gefällt. Als Begründung gab sie an, dass die Ertragssituation ihr keine andere Wahl mehr lasse. Immerhin hat die Marke damit noch ein knappes Jahrzehnt nach dem Notverkauf im Jahre 2009 an die Deutsche Bank überdauert.

Geschäft laufen in Köln und Umgebung
Der Deutsche-Bank-Konzern steckt selbst ebenfalls im Umbau, auch in der Region Köln wurde das Filialnetz gestrafft: Von einst 15 Außenstellen sind der Zeitung zufolge elf ünrig geblieben. 1.430 Mitarbeiter in der Region – 2016 waren es 1.550 – betreuen 600.000 Kunden, 230.000 davon in Köln. 

Das Geschäftsvolumen belief sich in Köln und dem direkten Umland 2017 auf 13,7 Milliarden Euro. Das entspricht laut der Zeitung einem Plus von zwölf Prozent. In der gesamten Region West, die von Aachen über Köln und Bonn bis ins Sauerland und nach Wuppertal reicht, erhöhte sich das Volumen um acht Prozent auf 31,3 Milliarden Euro. Boden gut gemacht habe die Bank auch bei vermögenden Privatkunden: Viele, die 2016 Geld abgezogen hätten, seien zurückgekehrt, wie der Anzeiger schreibt. (jb)