Die schwedische Großbank SEB zieht sich aus Teilen ihres einst großen Deutschlandgeschäfts zurück. Seit Jahresbeginn seien von einst 700 Arbeitsplätzen schon 200 abgebaut worden, sagte Deutschlandchef Johan Andersson der "Börsen-Zeitung". In fünf Jahren seien vielleicht nur noch 300 Stellen übrig, so der Manager. Die Standorte in Düsseldorf und Hamburg wurden geschlossen. Ein kompletter Rückzug aus der Bundesrepublik komme aber nicht in Frage: "SEB kann ohne Deutschland nicht leben", sagte Andersson.

Das Deutschlandgeschäft bestehe künftig im Kern aus der Unternehmensfinanzierung und dem Infrastrukturgeschäft mit der öffentlichen Hand, so der Länderchef gegenüber der "Börsen-Zeitung". Das Geschäft soll nicht mehr über die deutsche Tochtergesellschaft SEB AG betrieben werden, sondern über eine Niederlassung der schwedischen Konzernmutter.

Große Einschnitte gab es Andersson zufolge in der Kapitalmarktsparte. Das Geschäft mit Pfandbriefen und das Einlagengeschäft mit der öffentlichen Hand möchte er ganz aufgegeben. "Wir haben die kritische Masse nicht erreichen können", so Andersson.

Fondsvertrieb auf Wachstumskurs
Die SEB war mit der Übernahme der Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) im Jahr 2000 groß in Deutschland eingestiegen – auf lange Sicht ohne großen Erfolg. Deshalb veräußerte das Institut sein Privatkundengeschäft 2011 an die spanische Großbank Santander. Die deutschen Fondsgesellschaften SEB Investment GmbH und die SEB Asset Management AG gehören seit September 2015 zur Savills-Gruppe. Der bekannteste Fonds dieser früheren SEB-Einheit ist der offene Immobilienfonds SEB Immoinvest, der derzeit abgewickelt wird.

Für den Vertrieb ihrer Luxemburger Fonds hat die SEB dagegen vor gut einem Jahr ein neues Team in Frankfurt aufgebaut. An der Mannschaftsaufstellung ändere sich durch den geplanten Stellenabbau in der Bank nichts, sagte Andreas Schidlowski, verantwortlich für den Vertrieb an Finanzintermediäre, am Montag gegenüber FONDS professionell ONLINE. Dieses Geschäft befinde sich nach wie vor auf Wachstumskurs. Perspektivisch sei geplant, das derzeit vierköpfige Team weiter auszubauen, so Schidlowski. (bm)


Wie die Abwicklung der einst milliardenschweren offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest, CS Euroreal und Kanam Grundinvest vorangeht, lesen Sie in der kommenden Heftausgabe 1/2017 von FONDS professionell, die Ende März erscheint.