Der mobile Vertrieb der Deutschen Bank konnte das vermittelte Volumen im vergangenen Jahr um rund 16 Prozent steigern. "2017 hat der mobile Vertrieb für die Deutsche Bank mehr als zwei Drittel des gesamten Vorsorgegeschäftes akquiriert, nahezu die Hälfte des vermittelten Bausparvolumens und ein Viertel aller Baufinanzierungskredite für Privat- und Geschäftskunden", sagt Mathias Lüdtke-Handjery, Mitglied der Geschäftsführung der Finanzberatungsgesellschaft, auf Anfrage von FONDS professionell.

Lüdtke-Handjery bezeichnet die von ihm verantwortete Einheit als "sehr erfolgreichen Vertriebskanal" der Deutschen Bank. "Er berät und vermittelt das gesamte Produktspektrum der Filialen und ergänzt den stationären Vertrieb mit Beratung außerhalb der Filialen und über bankübliche Öffnungszeiten hinaus."

Filialabbau traf auch einige selbstständige Kollegen
Derzeit arbeiten 1.305 selbstständige Finanzberater unter dem Haftungsdach der Deutschen Bank. Vor einem Jahr lag diese Zahl noch bei 1.394, vor zwei Jahren sogar bei 1.439, wie aus Recherchen von FONDS professionell im Bafin-Register der vertraglich gebundenen Vermittler hervorgeht.

Zur Erklärung verweist Lüdtke-Handjery darauf, dass die Deutsche Bank in den Jahren 2016/17 bundesweit 188 Filialen geschlossen hat. "Von dieser Reduzierung blieben auch unsere Finanzberaterinnen und -berater vor Ort nicht unberührt, deren Zahl deshalb zunächst leicht zurückging", sagt er. Die mobilen Berater der Deutschen Bank arbeiten entweder in sogenannten Finanzagenturen oder sind den Filialen des Mutterhauses zugeordnet.

Schwieriges Werben um neue Berater
In den kommenden Jahren soll der mobile Vertrieb nicht weiter schrumpfen – im Gegenteil. Lüdtke-Handjery würde gerne weitere Vermittler für seine Organisation gewinnen. "Dabei legen wir großen Wert auf die Qualität der Berater", betont er. Der Wettbewerb um qualifizierte Kräfte habe sich auf dem Arbeitsmarkt jedoch verstärkt, unter anderem wegen der demografischen Entwicklung. "Zudem sind die Anforderungen an Bafin-registrierte Berater und deren Rezertifizierung mit dem Inkrafttreten von Mifid II anspruchsvoller geworden."

Dennoch ist Lüdtke-Handjery davon überzeugt, seine Expansionspläne verwirklichen zu können. "Wir bieten qualifizierten Finanzberatern die Kombination aus hoher Flexibilität und einer starken Marke im Rücken", sagt er. Den selbstständigen Finanzberatern stehe dieselbe interne Qualifizierung auf demselben Niveau zu wie den angestellten Beratern der Bank. "Darüber hinaus profitieren die selbstständigen Finanzberatern von einem Provisionsmodell, das ein marktüberdurchschnittliches Einkommen zulässt", so der Deutsche-Bank-Manager.

"Einkommensgarantie für die ersten Monate"
Neue Finanzberater würden in der Startphase besonders unterstützt. "Sie erhalten auf Wunsch eine Einkommensgarantie für die ersten Monate", so Lüdtke-Handjery. Um den mobilen Vertrieb bei potenziellen Bewerbern bekannter zu machen, startete das Institut im September auch eine Social-Media-Kampagne. (bm)


Eine Übersicht über die größten Haftungsdächer auf dem deutschen Markt lesen Sie in Ausgabe 4/2018 von FONDS professionell, die Ende November erscheint.