Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) denkt über eine Fusion der beiden Immobilienfinanzierer Berlin Hyp und Deutschen Hypo nach. Durch eine Zusammenführung der beiden zu den Sparkassen gehörenden Instituten würde mit einer Bilanzsumme von 50 Milliarden Euro der größte deutsche Finanzierer für gewerbliche Immobilien entstehen, wie die "Süddeutsche" Zeitung (SZ) meldet.

Dem Vernehmen nach haben die Planspiele zwei Gründe: Zum einen würden die Sparkassen mit der Berlin Hyp "fremdeln", da diese nicht im Kerngeschäft der öffentlichen Institute unterwegs ist. Die Immobilienbank kam vor zehn Jahren nur zur Sparkassengruppe, weil der Dachverband DSGV die Landesbank Berlin samt Berliner Sparkasse und Berlin Hyp übernehmen musste.

Bei der Deutschen Hyp sieht die Sache anders aus: Diese gehört zur Nord LB. Die Landesbank aus dem hohen Norden sei selbst aber von der Schiffskrise derart geschwächt, dass sie erwäge, ihre Tochter loszuschlagen. Die Nord LB könnte somit ihre schwachen Kapitalrücklagen deutlich stärken – zumindest, wenn der Kaufpreis hoch genug ist.

Insider sprechen von guter Idee
Im Sparkassenlager reife daher die Idee, die beiden Institute zusammenzuführen. "Das würde durchaus Sinn ergeben", sagte ein Insider gegenüber der SZ. "Darüber wird nachgedacht", sagte ein anderer der Zeitung. Ohnehin gebe es bei den Sparkassen viele, die auf weitere Fusionen unter den vielen Beteiligungsunternehmen der Institute drängen.

Die SZ schreibt weiter, dass der Erfolg dieses Planes aber vollkommen offen sei. Sparkassen, deren regionale Landesbanken sich ebenfalls Immobiliengeschäft engagieren, dürften einen neuen Immobilienriesen fürchten. Zudem haben Experten Bedenken wegen den Klumpenrisiken einer derart großen Immobilienbank: Beiden finanzieren vor allem Häuser oder Unternehmen in Deutschland. Eine Krise auf dem deutschen Immobilienmarkt würde sie daher empfindlich treffen. (fp)