Sparkassenpräsident Helmut Schleweis hat bei der Vorstellung der Bilanzzahlen der Geldinstitute für 2017, die eine enorme Steigerung des Wertpapiergeschäfts zeigen, eine klare Ansage gemacht: "Die Filiale ist nicht tot, sie erlebt ihren zweiten Frühling." Der 63-Jährige, der erst seit Kurzem amtiert, hat sich laut eines Handelsblatt-Berichtes als ein Fan der Filiale "geoutet". 

Dem Handelsblatt zufolge werden die Sparkassen ihr Filialnetz der aktuellen Entwicklung bei der Digitalisierung anpassen: "Wir kommen von Quantität zur Qualität", zitiert die Zeitung den Sparkassenchef. Kleinere Geschäftsstellen, die zum Teil nur einen Kunden pro Vormittag bedienen, könne man beim besten Willen unter betriebswirtschaftlichen Aspekten nicht aufrechterhalten. Aber größere Niederlassungen, die zudem eine gute Beratung böten, seien unverzichtbar, so Schleweis.

Kein Rückzug vom Land
Im vergangenen Jahr waren die Sparkassen über landesweit 13.305 Filialen präsent, das sind rund vier Prozent weniger als 2016. Wie viele davon eine Zukunft haben, werden laut Schleweis die Kunden entscheiden. Klar sei aber auch: "Es gibt keine Pläne, uns aus dem ländlichen Raum zurückzuziehen", sagte Schleweis laut dem Handelsblatt.

Zu den digitalen Projekten, die in diesem Jahr anstehen, gehören Echtzeit-Überweisungen. Die Sparkassen wollen diese ab Jahresmitte möglich machen. Zudem solle ein Projekt, das mit enormen Startschwierigkeiten kämpft, besser in Schwung kommen: das Smartphone-Konto Yomo. Dieses stecke nach gut zwei Jahren immer noch in der Testphase. Mehr Sparkassen wollen sich daran beteiligen, schreibt das Handelsblatt. Im Herbst käme der Probeeinsatz der App auf breiter Front. (jb)