Der Personalbedarf der Fintech-Unternehmen in Deutschland steigt, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Metasuchmaschine Joblift. Demnach wurden bis Oktober 2017 bereits 60 Prozent mehr Stellen ausgeschrieben als im gesamten Vorjahr. Vor allem Unternehmen im Bereich der alternativen Bezahlmethoden wuchsen mit einem durchschnittlichen monatlichen Plus von 13 Prozent rasant. Sie inserierten zuletzt jedes dritte Jobgesuch in der Fintech-Branche. Das ist laut Joblift vor allem auf die wachsende Begeisterung um Kryptowährungen zurückzuführen, die bereits im vergangenen Jahr den Stellenmarkt getrieben hatte.

Im Jahr 2016 wurden insgesamt 3.088 Gesuche veröffentlicht, im laufenden Jahr waren es bis Oktober bereits 4.927. Dabei kristallisierten sich vier wichtige Segmente heraus: Payments, also die Entwicklung neuer Bezahldienste (33 Prozent aller Fintech-Stellenausschreibungen 2017), Finanzierung und Banking, zum Beispiel Online-Kredit-Unternehmen oder Lösungen zur mobilen Kontoführung (23 Prozent), Investment, wie die mobile Verwaltung von Wertpapier- und Fondsdepots (14 Prozent) und Insurtech (9 Prozent).

Frankfurt und München auf Wachstumskurs
Die drei größten Arbeitgeber Wirecard, Hotfox und Smava schreiben zusammen rund 20 Prozent aller Stellen aus. "Die Branche scheint sich nach dem Hype der letzten Jahre und den erfolgten Investments zu normalisieren, und etablierte Firmen fassen Fuß", schreiben die Autoren der Studie. 

Berlin ist mit Abstand der beliebteste Standort für Fintechs. Dort waren zuletzt 38 Prozent der offenen Stellen ausgeschrieben. Auf Rang zwei und drei liegen Frankfurt am Main und München mit jeweils 10 Prozent der Inserate. Während Berlin im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den ersten drei Quartalen ein Wachstum von 16 Prozent verzeichnete, verdoppelten Frankfurt und München in derselben Zeit die Zahl ihrer Fintech-Stellenangebote. (fp)