In den vergangenen zwei Jahren ist mit 49 Prozent fast die Hälfte aller Unternehmen weltweit Wirtschaftskriminellen zum Opfer gefallen. Das zeigt eine Umfrage des Beratungsunternehmens PwC. Die Zahl der gemeldeten Betrugsfälle ist damit um 13 Prozent gestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht. PwC hat für die Studie 7.200 Teilnehmer in 123 Ländern befragt. Afrika (62 Prozent, zuvor 57 Prozent), Nordamerika (54 Prozent, zuvor 37 Prozent) und Lateinamerika (53 Prozent, zuvor 28 Prozent) berichten die meisten Vorfälle.

An erster Stelle der wirtschaftskriminellen Straftaten liegt Unterschlagung mit einer Häufigkeit von 45 Prozent, gefolgt von Cyberkriminalität (31 Prozent), Verbraucherbetrug (29 Prozent) und geschäftlichem Fehlverhalten (28 Prozent). Die diesjährige Umfrage zeige zudem einen deutlichen Anstieg (plus 6 Prozent auf 52 Prozent) bei Fällen von Wirtschaftskriminalität durch interne Betrüger, erklärt PwC – also Mitarbeiter. Auch bei Vorfällen, die der Unternehmensleitung zugeschrieben werden, habe es einen signifikanten Sprung nach oben gegeben (von 16 Prozent im Jahr 2016 auf 24 Prozent im Jahr 2018)..

Bewusstsein in Unternehmen steigt
"Wir können einen Anstieg der gemeldeten Vorfälle nicht mit einem tatsächlichen Anstieg von Wirtschaftskriminalität gleichsetzen. Die Studie macht allerdings deutlich, dass das Bewusstsein in Unternehmen im Zusammenhang mit Wirtschaftskriminalität gestiegen ist", sagt Kristof Wabl, Senior Manager Forensics bei PwC Österreich. Das gelte vor allem für Cyberkriminalität. Unternehmen wüssten inzwischen wesentlich mehr über die Risiken und Möglichkeiten sowie über Präventionsmaßnahmen, so Wabl.

Mit dem Bewusstsein über Wirtschaftskriminalität sind auch die Investitionen in ihre Bekämpfung gestiegen. In den kommenden zwei Jahren werden 51 Prozent der Befragten ihre Ausgaben auf demselben Niveau halten und 44 Prozent werden sie erhöhen. Beinahe zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten beziffern Schäden im Zusammenhang mit den schwerwiegendsten Vorfällen mit bis zu einer Million US-Dollar. 42 Prozent (+3 Prozent) der Befragten geben an, dass ihre Unternehmen die finanziellen Mittel für den Kampf gegen Wirtschaftskriminalität seit dem Jahr 2016 erhöht haben. (fp)