Die SWK Bank aus Bingen gehört zu den ersten deutschen Banken, die es Verbrauchern ermöglicht, einen voll digitalisierten Ratenkredit aufzunehmen. Der Kunde muss für den "Couchkredit“, den es bis zu einer Höhe von 5.000 Euro gibt, das Haus nicht mehr verlassen, keine Unterlagen mehr heraussuchen oder bankeigene Apps herunterladen.

Dabei erfolgt die notwendige Legitimierung nach dem Geldwäschegesetz über ein Videoidentifizierungsverfahren der Firma Identity Trust aus Düsseldorf. Außerdem erlaubt der Kreditantragsteller der SWK Bank einen Einblick in sein Girokonto bei seiner Hausbank. Dafür genügt die Eingabe der Kontonummer und der persönlichen PIN auf den Antragseiten der Bank. Durch die digitale Technik kann eine Kreditzusage innerhalb von zehn Minuten erfolgen und der Kunde am nächsten Bankarbeitstag über das Geld verfügen.

Die anonyme Vorgehensweise hat jedoch auch ihre Schattenseiten. "Im Durchschnitt können wir täglich rund 1,2 Betrugsversuche bei der Kreditbeantragung feststellen“, so Ulf Meyer von der SWK Bank beim Innovations for Banks- Kongress des Banking Clubs in Köln. Beispielsweise versuchen Betrüger sich mit falschen Identitäten Kredite zu erschleichen.

Digitale Spurensuche
Mit der Ankoppelung an eine Interpol-Datenbank, bei der über 47 Millionen gestohlene oder ungültig erklärte Ausweisdokumente wie Reisepässe oder Führerscheine registriert sind, versucht die Bank, den Missbrauch zukünftig einzudämmen. Außerdem will das Bingener Institut den sogenannten "Device Fingerprint“ einführen.

Dabei werden Systeminformationen wie beispielsweise die IP-Adresse, die Browserkennung oder die sprachlichen Präferenzen des Nutzers an die Bank übermittelt und dort analysiert. Bei Auffälligkeiten wird der Antragsprozess bankseitig unterbrochen. "Durch den Einsatz der Technik können wir die Ausfallquoten der ausgeliehenen Kredite weiter senken“, so Meyer. (mh)