Bürokratische und technische Hürden verhindern oft einen reibungslosen Bankenwechsel. Das ist das Ergebnis eines Tests der Zeitschrift "Finanztest", über den die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet.

Sechs Testkunden hatten Onlinekonten bei Sparkassen in Berlin, Hannover und Mainfranken, Würzburg sowie bei der Postbank und der Hypovereinsbank eröffnet. Anschließend wollten zur ING Diba, der DKB, der Evangelischen Bank und der Triodos Bank wechseln. Ergebnis: Bei kaum einem Institut verlief der Wechsel reibungslos.

So funktionierte in einem Fall die automatische Übertragung von Daueraufträgen nicht. Die Bank sprach von einem "Fehler im Programm" und forderte den Kunden auf, die Daueraufträge bei der alten Bank manuell zu löschen und neu einzurichten. Außerdem sollte der Kunde seine Kündigungsschreiben zum Teil selbst erstellen. 

Ausreden zuhauf
Auch bei den anderen Testbanken gestaltete sich der Bankwechsel überwiegend chaotisch. Einmal wählte der Testkunde den digitalen Wechselservice, erhielt aber von der neuen Bank statt einer Liste seiner Zahlungspartner lediglich eine Fehlermeldung. Die alte Bank würde die technisch notwendige Schnittstelle nicht unterstützen, hieß es als Begründung. Eine weitere Bank wies den Tester darauf hin, dass einige Zahlungsempfänger ein Anschreiben der Bank voraussichtlich nicht akzeptieren werden, weil im Zuge des Kontowechsels keine Unterschrift erstellt wird.

Rücklastschriften und Gebühren
Ein Geldhaus informierte ohne Zustimmung des Kunden alle möglichen Zahlungspartner über das neue Konto, darunter auch Geschäfte, in denen der Tester mit Girokarte und Unterschrift bezahlt hatte und die somit nicht über den Bankwechsel hätten informiert werden müssen. Zugleich vergaß die Bank einen wichtigen Zahlungspartner und kontaktierte zwei weitere nicht rechtzeitig. Die Folge waren Rücklastschriften und Gebühren für den Testkunden. Nach einer Reklamation schrieb die Bank aus Kulanz zumindest 50 Euro gut.

Positiv fielen im Test zwei Konstellationen auf. Einmal erstellte die Bank eine Liste von Zahlungsempfängern, die aus ihrer Sicht nicht informiert werden müssten, und legte diese dem Kontoinhaber zur Prüfung vor. In einem anderen Fall empfahl das Institut, altes und neues Konto eine Weile parallel bestehen zu lassen, und schickte ein bestätigendes Kündigungsschreiben zum Ausdrucken. Weiterer Pluspunkt: Das Schreiben enthielt auch einen expliziten Hinweis darauf, dass der Freistellungsantrag bei der alten Bank reduziert werden könne. (fp)