Viele deutsche Banken versuchen, die neuen, strengeren Boni-Regeln der Finanzaufsicht Bafin durch einen Trickzu umgehen: Sie stufen Manager einfach nicht als "Risikoträger" ein. Das geht aus einer Umfrage zur Vergütung bei Banken hervor, die die Unternehmensberatung Willis Towers Watson gestern veröffentlichte und auf die die Süddeutsche Zeitung (SZ) verweist.

Die neuen, aus Europa stammenden gesetzlichen Regeln schreiben im Kern vor, dass Banken mit einer Bilanzsumme ab 15 Milliarden Euro aufwärts als so bedeutend für das Finanzsystem    gelten, dass sie unter ihren Mitarbeitern sogannte "Risikoträger" identifizieren und benennen müssen. Davon sind deutschlandweit rund 55 Banken betroffen. Diese Risikoträger müssen künftig um ihre Boni zittern, da sie diese im Fall eines Falles bis zu sieben Jahre nach Erhalt wieder zurückzahlen müssen.

Nur 3,6 Prozent stufen Mitarbeiter als Risikoträger ein
Als Risikoträger gelten neben den Spitzenmanagern im Vorstand und der Hierarchieebene darunter außerem Angestellte, die beispielsweise Kredite vergeben dürfen, die 0,5 Prozent des harten Kernkapitals übersteigen. Bei kleineren Banken sind somit Mitarbeiter betroffen, die Kredite in Höhe von 5 bis 20 Millionen Euro aufwärts bewilligen. Bei Großbanken liegt der Schwellenwert im dreistelligen Millionenbereich. Daher zählen laut SZ bis zu einem Drittel der Mitarbeiter bei kleineren Instituten als Risikoträger, während es bei den ganz großen nur ein Prozen sind.

Statt einem Drittel stufen die befragten Banken der SZ zufolge nur rund 3,6 Prozent ihrer Belegschaft als Risikoträger ein. Die Zeitung betont unter Berufung auf die Studie, dass es hier große Unterschiede zwischen den Banken gebe. Hinzu kommt allerdings, dass knapp ein Drittel der Banken plant, die Zahl ihrer hauseigenen Risikoträger noch weiter zu reduzieren. (jb)