Viele Menschen und manchmal auch Firmen hegen fürs Neue Jahr gute Vorsätze. Ob das beim Emissionshaus Lloyd Fonds an Silvester auch der Fall war, ist nicht überliefert. Fest steht indes, dass das neue Jahr schon in den ersten Wochen grundlegende Veränderungen mit sich brachte. Ende 2017 schied Langzeit-Vorstand Torsten Teichert aus. Soeben hat die US-Beteilgungsgesellschaft bei AMA Capital Partners ihre Anteile an Lloyd Fonds verkauft.

AMA war im Herbst 2011 im Zuge einer Kapitalerhöhung in das Hamburger Unternehmen, das von der Finanz- und Schiffskrise schwer getroffen wurde, eingestiegen und übernahm 49 Prozent der Gesellschaftsanteile. Nun hat der ACP Fund V von AMA die Aktien an die Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft AG und an den Portfolioverwalter SPSW Capital verkauft. Es fand eine außerbörsliche Transaktion statt. Über die Kaufpreise der Aktienpakete wurde Stillschweigen vereinbart.

Den Sachwerten abgeschworen: das neue Maß aller Dinge sind Investmentfonds
Lloyd Fonds soll sich mit der neuen Eigentümerstruktur "stärken und weiterentwickeln", heißt es in einer Mitteilung. Sachwertinvestments, mit denen das Unternehmen groß geworden war, stehen nicht mehr auf der Agenda. Stattdessen will die börsennotierte Gesellschaft offene und liquide Investments wie zum Beispiel Aktienfonds anbieten. Lloyd Fonds hat vor langer Zeit einen offenen Immobilienfonds angekündigt, kam damit aber offenbar noch nicht in die Gänge.

"Es ist beabsichtigt, Eckpunkte zur geplanten Strategie spätestens zur ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft, die voraussichtlich im August 2018 stattfinden soll, zu präsentieren“, teilt Lloyd Fonds in einer Aussendung mit. Nach Veröffentlichung des Eigentümerwechsels schnellte der Aktienkurs um 27 Prozent in die Höhe. (ae)