Mit der Kölner Bank von 1868 und der Volksbank Bonn Rhein-Sieg, deren Ursprünge bis ins Jahr 1872 reichen, schlossen sich im vergangenen Herbst zwei traditionsreiche Häuser zusammen (FONDS professionell ONLINE berichtete). Das fusionierte Institut, das nun Volksbank Köln Bonn heißt, zählt über 200.000 Kunden und rund 110.000 Mitglieder. Doch das wird nicht der letzte Zusammenschluss gewesen sein, sagt Jürgen Pütz, der neue Vorstandsvorsitzende des Instituts, im Interview mit FONDS professionell, das in voller Länge in der aktuellen Ausgabe 2/2018 erschienen ist.

Eine größere Bank könne den aktuellen Herausforderungen rund um die niedrigen Zinsen, die strengere Regulierung und die nötige Digitalisierung besser begegnen, so Pütz. "Deshalb gewinnt der Konzentrationsprozess, den wir aktiv mitgestalten möchten, immer mehr an Fahrt." Auch im Köln-Bonner Bankenmarkt sehe er diesen Prozess, der auch andere Institutsgruppen betreffe, noch nicht als abgeschlossen an.

"Unser strategischer Vorteil ist immer die Nähe zum Kunden"
Derzeit führe seine Volksbank jedoch keine Fusionsgespräche – "ganz bewusst nicht", so Pütz. "Wir haben jetzt erst einmal die Kölner und die Volksbank Bonn Rhein-Sieg zusammengebracht. Die Fusion war ein Kraftakt. Jetzt möchten wir uns erst einmal voll und ganz auf unsere Kunden und Mitglieder konzentrieren." Mit der aktuellen Größe und der Bilanzsumme von rund fünf Milliarden Euro sei das Institut zukunftsfähig. "Wir müssen nicht weiter fusionieren. Wenn es jedoch passt und sinnvoll ist, wären wir bereit, weitere Fusionen anzugehen", sagt Pütz.

Größe berge immer die Gefahr, die Nähe und den Kontakt zu den Kunden und den Mitgliedern zu verlieren. "Ich habe selbst neun Fusionen mitgemacht und weiß, wie es ist, wenn ein Haus immer größer wird", berichtet Pütz. "Unser strategischer Vorteil ist immer die Nähe zum Kunden und auch die Ansprechbarkeit – bis hin zum Vorstand." Er sei kein Freund der puren Größe. "Ich würde keine Fusion anstoßen, nur um die Bank größer zu machen oder um im Ranking nach vorne zu kommen."

Fast jeder dritte Fonds kommt nicht von Union Investment
Das Wertpapiergeschäft sieht Pütz als Kerngeschäft. "Der Wertpapierumsatz des fusionierten Hauses lag 2017 um 12,7 Prozent über dem des Vorjahres", berichtet er. "Insgesamt summieren sich die Positionen in den über 10.500 Wertpapierdepots unserer Kunden auf gut eine Milliarde Euro." Dabei spielten neben den Produkten von Union Investment auch Fremdfonds eine Rolle, die die Volksbank über die Plattform Attrax beziehe. "Rund 30 Prozent der Fonds, die in den Depots unserer Kunden verwahrt werden, stammen von externen Anbietern", so Pütz.

Pütz möchte sich nicht über die strengen Vorgaben beschweren, die Mifid II zu Jahresbeginn für die Anlageberatung brachte. "Ich sage den Beratern immer: 'So wenig Regulierung wie im Moment werden wir nie mehr haben.' Das sind die Rahmenbedingungen in unserem Business, über die man sich aufregen kann, aber die man umsetzen muss."

Die Zielsetzung vieler Vorschriften sei durchaus positiv im Sinne des Verbraucherschutzes zu sehen, meint Pütz. "Teilweise sind die Regelungen sehr bürokratisch und der Kunde findet sie umständlich oder ist mit der Fülle an Informationen überfordert. Aber wir haben das Ganze sportlich angenommen und umgesetzt." Dies sei mit Kosten und Mehraufwand verbunden gewesen. Die Volksbank habe beispielsweise rund 1.000 neue Telefone mit Aufzeichnungsfunktionen anschaffen müssen. "Trotz der zusätzlichen Anforderungen haben wir aber wiederum einen tollen Jahresstart im Wertpapierbereich hingelegt", so Pütz. (mh/bm)


Das ausführliche Interview mit Jürgen Pütz lesen Sie in der aktuellen Heftausgabe 2/2018 ab Seite 272. Angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin abrufen.