Die ING Diba und der Online-Versicherungsmakler Clark haben ihre erst im April 2017 begonnene Kooperation schon wieder aufgekündigt. Anlass für die überraschende Trennung ist die gerade geschlossene Vertriebs-Zusammenarbeit bei Policen, die die niederländische ING Gruppe mit der Axa Versicherung in sechs Ländern vereinbart hat – darunter Deutschland. Das teilten sowohl die ING Diba als auch Clark auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE mit. 

Die Entscheidung sei daher nicht von der deutschen Direktbank-Tochter der ING ausgegangen, wie ein Sprecher von Clark weiter betont. "Die Kooperation zwischen der ING Diba und Clark ist für beide Seiten erfolgreich verlaufen. Die ING, als holländische Konzernmutter der ING Diba, bietet mit der Axa eine Versicherungslösung international in mehreren Ländern an. Da Clark nur in Deutschland aktiv ist und die ING global ein einheitliches Angebot an ihre Kunden machen will, wird die bisherige Zusammenarbeit beendet", sagt Christopher Oster, Vorstandschef von Clark.

Das Statement der Direktbank stützt diese Lesart der Vorgänge durch Clark: "Die Partnerschaft zwischen der ING und Axa ist exklusiv. Daher werden Kunden der ING Diba, nachdem Produkte und Services der Axa verfügbar sind, zukünftig nur noch diese nutzen können“, teilte die Bank offiziell mit. Sie fügt aber an, dass die Direktbank und Clark ihre Kooperation auf einer anderen Ebene fortsetzen würden. So habe sich die ING Group bei der letzten Finanzierungsrunde an dem Makler beteiligt.

Win-Sitation für Clark gewesen
Die Zusammenarbeit war aus Sicht von Clark ein Gewinn: Dessen Geschäftskonzept, wie auch das anderer digitalen Makler, besteht darin, dass sie Kunden mit dem Angebot eines digitalen Ordners anlocken. In diesen laden Personen ihre Policen hoch und können dann ihre Verträge optimieren lassen. Dabei übernehmen die Gesellschaften die Policen als Makler und damit die Provisionen. Zudem setzten sie auch auf Neugeschäft. 

Das große Problem dieser Insurtechs sind nun die hohen Kosten für die Akquise der Kunden via Internet- oder auch TV-Werbung. Die ING-Diba-Klientel ist es aber gewohnt, Geldgeschäfte online zu erledigen. Daher sind die Chancen groß, dass sie bei der Suche nach Versicherungen auch ihren Weg zu Clark finden – schneller und billiger für das Insurtech (lesen Sie dazu auch den Artikel "Ring frei für die zweite Runde“, der in der Ausgabe 4/2017 von FONDS professionell erschienen ist. Angemeldete KLUB-Mitglieder finden den Beitrag auch hier im E-Magazin). (jb)