Banken können bei jungen, gut ausgebildeten und überdurchschnittlich verdienenden Kunden mit günstigen Gebühren und individuell angepassten Produkten punkten, berichtet das "Handelsblatt". Die Zielgruppe ist bei Banken begehrt – ihren Ansprüchen gerecht zu werden ist aber nicht einfach. An klassischer Finanzberatung und Standardprodukten haben sie kaum Interesse, vor allem dann nicht, wenn sie über ein gutes Finanzwissen verfügen. Das zeigt die aktuelle "Young Professionals"-Studie der FOM Hochschule in Essen und der Kanzlei Baum Reiter & Collegen, die dem "Handelsblatt" exklusiv vorliegt. 

Mit "Young Professionals" sind Berufstätige mit akademischem Hintergrund gemeint, die zwischen 18 und 35 Jahren alt sind, ein überdurchschnittliches Einkommen in ihrer Altersgruppe haben und in der Mehrheit über ein gutes Finanzwissen verfügen. Der Wunsch nach individualisierten Angeboten könnte Kunden zu Finanztechnologie-Start-ups, Fintechs, führen, sagt Studienleiter Julius Reiter. Bei anderen Kundenwünschen hingegen punkten nach wie vor traditionelle Geldinstitute.

Moderne Bezahlmethoden sind gefragt
Ganz oben auf ihrer Wunschliste an eine Bank in der Zukunft stehen bei den jungen Befragten Vertrauenswürdigkeit und hohe Sicherheitsstandards. Die eigene Bank bewerten sie trotz der Finanzkrise nach wie vor als vertrauenswürdig und zuverlässig. Neue Marktteilnehmer wie Fintechs müssen sich diese Reputation erst noch aufbauen. "Auf diesem Wettbewerbsvorteil sollten sich Banken aber nicht ausruhen, denn gerade junge Kunden sind mit Standardangeboten nicht mehr zufrieden", sagt Reiter. Nach seiner Umfrage legt knapp jeder Zweite großen Wert auf individualisierte Finanzprodukte.

Punkten können Banken jedoch, wenn sie moderne Bezahlmethoden anbieten. Das ist jedem zweiten Befragten wichtig, und für jeden dritten bedeutet es, dass er in Zukunft gerne mit dem Handy bezahlen möchte. Für je rund 70 Prozent der Befragten sind auch hohe Transparenz und kostengünstige Angebote wichtig. (fp)