In Nürnberg bahnt sich ein neuer Streit über die Kündigung lukrativer Sparverträge an, meldet das "Handelsblatt". Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat demnach die Volksbank Raiffeisenbank (VR Bank) Nürnberg abgemahnt, weil diese kürzlich gut verzinste und ursprünglich langlaufende Sparpläne gekündigt hat. Das genossenschaftliche Kreditinstitut will die Verträge per 31. Dezember beenden.

Die Verbraucherzentrale geht nun dagegen vor und fordert die Bank auf, die Kündigung der Sparverträge zu unterlassen. "Nach unserer Auffassung sind die ausgesprochenen Kündigungen der VR Bank Nürnberg und die Aufforderung zur Abbuchung des Sparguthabens rechtswidrig", sagt Benjamin Wick, Referent Geldanlage und Altersvorsorge im Marktwächter Finanzen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg dem "Handelsblatt". Mit den Kunden sei eine 25-jährige Laufzeit vereinbart gewesen.

Verzinsung von drei bis vier Prozent
Konkret geht es bei der Auseinandersetzung um zwei Typen von Sparverträgen, den "VR Sparplan 3+" und den "VR Sparplan 4+", die eine Verzinsung der Guthaben von mindestens drei sowie mindestens vier Prozent im Jahr vorsehen. In Zeiten niedriger Zinsen ist das eine attraktive Rendite. Die VR Bank hatte die Verträge damit beworben, dass Kunden die "garantierte Verzinsung bis zu 25 Jahre lang nutzen" könnten. Sie rechnete zudem vor, wie sich das Vermögen binnen 25 Jahren bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro entwickeln würde. Auch in Sparverträgen selbst, die den Verbraucherschützern vorliegen, ist die letzte Ratenzahlung nach 25 Jahren vorgesehen. (fp)