Der Versicherungskonzern Zurich trennt sich von seinem in Abwicklung befindlichen Bestand an deutschen Ärztehaftpflichtpolicen – ein sogenannter Run-off. Das Portfolio mit Reserven für potenzielle Schadensfälle von zuletzt 450 Millionen Dollar gehe an den Run-off-Spezialisten Catalina Insurance Ireland, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. Eine entsprechende Vereinbarung sei abgeschlossen worden, teilte Zurich am Dienstagabend ohne Angaben zum Kaufpreis mit.

Die Abwicklung des Bestandes werde sich leicht positiv auf Kapital und Gewinn auswirken, erklärte die Versicherung weiter. "Die Transaktion reduziert Risiken, setzt den Prozess zur Vereinfachung der Gruppenorganisation fort und setzt Kapital aus Tätigkeitsbereichen frei, die nicht länger zum Kerngeschäft zählen", sagte Zurich-Finanzchef George Quinn.

Das Neun-Monats-Ergebnis fiel mau aus. Europas fünftgrößter Versicherer kam in den ersten neun Monaten nicht vom Fleck. In der größten Sparte Schaden- und Unfallversicherung sanken die Prämieneinnahmen um zwei Prozent auf 25,35 Milliarden US-Dollar (21,84 Mrd. Euro), wie die Assekuranz am Donnerstag mitteilte. Bereinigt um Zukäufe und Veräußerungen sowie Wechselkurseffekte ergab sich im Vorjahresvergleich ein kaum spürbares Plus von einem Prozent. In der Lebensversicherung stagnierten die Prämieneinnahmen mit 3,47 Milliarden Dollar (drei Mrd. Euro) auf Vorjahresniveau.

Kein Run-off bei Lebenspolicen geplant
Anders als Wettbewerber hat der Versicherer vor knapp zwei Wochen dagegen bekräftigt, seinen in Abwicklung befindlichen Bestand an älteren, klassischen Lebensversicherungen nicht an eine externe Gesellschaft abgeben zu wollen. Einen solchen Schritt überlegen zurzeit die Konkurrenten Ergo, Generali und auch Axa.

Damit haben sie eine Diskussion entfacht: Andere Versicherer befürchten dadurch einen generellen Vertrauensverlust gegenüber der Branche. Schließlich werben die Gesellschaften damit, dass sie ihre Kunden ein Leben lang finanziell begleiten. (jb/ps)