Die niederländische ABN Amro Bank hat in Deutschland einen Tag vor Nikolaus einen Vermögensverwaltungsservice auf digitaler Basis gestartet. Im Gegensatz zu den bekannten, am Markt befindlichen Robo-Beratern setzt die deutsche Tochtergesellschaft Prospery aber nicht auf eine reine Online-Vermögensverwaltung, sondern auch auf persönliche Beratung.

Das in Frankfurt ansässige Institut mit einer Erlaubnis gemäß Paragraf 32 Kreditwesengesetz richtet sich mit seinem modular aufgebauten Angebot an eine vermögende Zielgruppe – ein Mindestinvestment nennt die Mitteilung der Gesellschaft nicht. Viele dieser Anleger würden laut der ABN-Amro-Tochter einen "flexiblen, individuellen und digitalen Vermögensmanager mit integrierter persönlicher Beratung" nachfragen. Hier möchte Prospery ansetzen.

"Zu großes Eigeninteresse bei Beratern"
"Viele der neuen Fintech-Angebote sind auf eine vollständig digitale Vermögensanlage ausgelegt. Bei Prospery haben wir uns ganz bewusst dagegen entschieden, einen reinen digitalen Service anzubieten, denn wir wissen um die Bedeutung der persönlichen Komponente", sagt Dirk-Jan Schuiten, Vorstandsvorsitzender von Prospery.

Der Chef von 15 Mitarbeitern berichtet, er und sein Team würden sehen, dass die traditionelle Vermögensberatung nicht mehr vollumfänglich den heutigen Bedürfnissen vieler Anleger entspreche. Manche würden bemängeln, dass ihr Berater zu sehr im eigenen Interesse agiere anstatt im Interesse des Kunden. Anderen seien die Kosten zu hoch – oder aber es fehlten die gewünschten digitalen Services. "Genau dort setzen wir mit Prospery an und legen den Fokus komplett auf den Kunden", so Schuiten.

Kostenfreies Basismodul
Der Service, der die Kunden zufrieden stellen soll, besteht aus drei Komponenten: Insgesamt besteht der Service des Online-Vermögensverwalters aus drei Bestandteilen: Die kostenfreie Basis "Prospery View" bietet Nutzern eine digitale Gesamtübersicht über ihre Vermögenswerte. Für eine monatlich fixe, vom verwalteten Vermögen unabhängige Pauschale in Höhe von 179 Euro kann der Kunde das Premium-Paket "Prospery Coach" wählen. Im Gegenzug für die Gebühr erhält man dann von geschulten Beratern eine Vermögensanalyse und Unterstützung bei der Optimierung der eigenen Vermögensstrategie.

Für ebenfalls 179 Euro gibt es "Prospery Invest", das Kunde eine aktiv gemanagte Geldanlage, basierend auf dem persönlichen Risikoprofil bietet. Wer bereit ist, monatlich 239 Euro auszugeben, der erhält mit "Prospery & Coach Invest" eine Kombination der beiden Module.(jb)