Deutschlands größter Versicherer kämpft weiterhin mit seiner IT. So gibt es bereits seit 2014 Probleme bei Provisionsabrechnungen von mindestens 5.000 Ausschließlichkeitsvertretern. Der Grund dafür sind Fehler in den Bestandssystemen, wie der Lübecker Maklerpool Blau Direkt in seinem aktuellen Newsletter berichtet.

Die Allianz fordere deshalb von ihren Vertretern bisweilen Geld zurück oder zahlt etwas nach – durchschnittlich handele es sich um 240 Euro. Die Probleme betreffen wohl ausschließlich einige Sachversicherungen, Lebensversicherungsprodukte seien ausgenommen, so Blau Direkt weiter. Der Versicherer habe zudem eine "intensivere Gestaltung" von Qualitätskontrollen zugesagt.

Vermittlerin will Berechnung von Rentenansprüche gerichtlich durchsetzen
Die Probleme erinnern an die falschen Berechnungen von Altersansprüchen der Ausschließlichkeitsvertreter. Die Allianz muss sich daher mit der Klage einer Agenturleiterin befassen. Die Vermittlerin hatte schon 2012 bei der zuständigen Stelle gemeldet, dass rund 1.000 von ihr vermittelte Abschlüsse bei ihrer Altersvorsorge nicht berücksichtigt wurden. Damit ihre Ansprüche endlich ordentlich berechnet werden, reichte sie eine Feststellungsklage ein.

Zum Hintergrund: Der Versicherer gewährt seinen offiziell freischaffenden Versicherungsvertretern eine Alters-, bei Bedarf auch eine Berufsunfähigkeits- oder Hinterbliebenenrente. Als Grundlage für die Berechnung der Rentenhöhe dienen die Bestände und erworbenen Provisionsansprüche, die ein Vertreter während seines Erwerbslebens aufbaut. (jb)