Die deutsche Fondsbranche blickt auf ein erfolgreiches erstes Geschäftshalbjahr 2017 zurück, genauer gesagt: auf eines der besten überhaupt. Den Vermögensverwaltern flossen während dieses Zeitraumes 79,1 Milliarden Euro zu. Das ist das zweitbeste Neugeschäft in einem Halbjahr, nur im Rekordjahr 2015 sammelten die Anbieter mit 110,8 Milliarden Euro noch mehr ein, wie der deutsche Fondsverband BVI meldet.

Der Treiber im Neugeschäft sind weiterhin offene Spezialfonds mit Zuflüssen von 49,2 Milliarden Euro im laufenden Jahr. Auf offene Publikumsfonds entfielen bis Ende Juni 36,4 Milliarden Euro, von denen nach Auskunft der aktuellen BVI-Absatzstatistik allein die fünf Spitzenreiter rund 26 Milliarden Euro damit knapp drei Viertel der gesamten Anlagesumme einsammeln konnten.

Deutsche AM führt
An erster Stelle dieser Fünf rangiert die Deutsche Asset Management (Deutsche AM). Die Fondssparte der Deutschen Bank setzte netto knapp 8,9 Milliarden Euro ab, davon rund 1,1 Milliarden Euro im Juni. Dahinter folgt Allianz Global Investors, deren Vertriebskanäle rund 7,5 Milliarden Euro (1,6 Mrd. Euro im Juni) einsammelten. Union Investment nahm knapp 5,5 Milliarden Euro (493 Mio. Euro) ein, Flossbach von Storch 3,1 Milliarden Euro (398 Mio. Euro) und die Blackrock-ETF-Sparte iShares 1,14 Milliarden Euro (-229 Mio. Euro). Ishares kam übrigens nur knapp vor der Universal-Investment-Gruppe (1.132 Mio. Euro) und Hansaninvest (1.103 Mio. Euro).

Der achtenswerte Erfolg der Branche lässt sich auch daran ablesen, dass nur sehr wenige Vermögensverwalter während der ersten sechs Monate 2017 Abflüsse verzeichnen mussten – zumeist auch nur im niedrigen Millionenbereich. Große Ausnahmen sind lediglich Société Generale Securities Services (-122 Mio. Euro) und Ethenea: Das Team um Starmanager Luca Pesarini, der sich zuletzt sehr bei Mainfirst engagierte, musste Netto-Abflüsse in Höhe von 117,9 Millionen Euro hinnehmen.

Kaum Bewegung bei geschlossenen Fonds
Auf Ebene der Fondskategorien zeigt sich ein bekanntes Bild, Mischfonds sind und bleiben die Anlegerlieblinge: Alleine 18,8 Milliarden Euro flossen in Portfolios, die in Aktien, Anleihen und andere Assets investieren dürfen. Anteile an Rentenfonds wurden im Wert von 9,8 Milliarden Euro erworben, Anteilscheine an Aktienfonds in Höhe von 5,8 Milliarden Euro.

Der BVI veröffentlicht seit Jahresbeginn auch die Absätze von geschlossenen Publikumsfonds auf dem deutschen Markt. Hier ist die Bilanz eher mager: Nur 200 Millionen Euro investierten Anleger seit Januar in die geschlossenen Beteiligungen. (jb)