Das Segment der Dachfonds verzeichnet ein stetiges Wachstum. Dies zeigt eine Auswertung von FONDS professionell auf Basis von Daten des Branchenverbandes BVI. Demnach schnellte das verwaltete Vermögen in dieser Gruppe von knapp sechs Milliarden Euro im Jahr 2000 auf heute fast 83 Milliarden Euro hoch – das 14-fache Volumen. Der Gesamtmarkt der Publikumsfonds verdoppelte sich über den gleichen Zeitraum.


Den deutschen Dachfondsmarkt in Grafiken aufgeschlüsselt finden Sie in der Galerie oben!


Der rasante Aufstieg hat einen Grund: Die Gattung wurde hierzulande erst 1998 mit dem dritten Finanzmarktförderungsgesetz wieder zugelassen. In den 1970er-Jahren war die Struktur nach der spektakulären Pleite des Schneeballsystems Investors Overseas Services verboten worden. Entsprechend schloss das junge Segment der Dachfonds nach der Neuzulassung zur Entwicklung des Gesamtmarktes auf – absolvierte also eine Aufholjagd.

Einsamer Spitzenreiter
Die Auswertung fördert eine Überraschung zutage: Der mit Abstand größte Anbieter im Bereich der Publikumsfonds ist die Deka. Demnach verwaltet der zentrale Wertpapierdienstleister der Sparkassen 20,7 Milliarden Euro in Dachfonds und setzt sich damit vor den Platzhirsch Deutsche Asset Management. Mit Abstand folgen Union Investment sowie Amundi mit Pioneer sowie Generali Investments. Allianz Global Investors folgt erst auf dem siebenten Platz. Weniger überraschend ist, dass der Großteil des Kapitals in Dachmischfonds liegt und auch weiterhin das meiste Geld in diese Untergruppe fließt.


Weitere Details zum deutschen Dachfondsmarkt und warum Analysten zu dem Schluss kommen, dass dieses Segment besser ist als sein Ruf, lesen Sie im neuen Heft 4/2017 von FONDS professionell. Angemeldete KLUB-Mitglieder finden den Artikel auch im E-Magazin.


FONDS professionell hat die BVI-Einzelfondsstatistik (Stand: Ende August 2017) ausgewertet. Dort werden 374 Dachfonds von 29 Anbietern aufgeführt, die in Summe 51,4 Milliarden Euro verwalten. Das entspricht zwar nicht dem Gesamtmarkt, weil nicht alle Dachfonds in der Einzelfondsstatistik erscheinen, aber doch einer großen Teilmenge. Einige Meldungen erfolgen zudem anonymisiert, was die Ergebnisse im Detail verzerrt.

Keine einheitliche Definition
Hinzu kommt: Eine allgemein gültige Definition gibt es nicht. Wenn die Fondsanbieter dem Branchenverband BVI ihre Absatz- und Volumendaten melden, geben sie mit an, ob ein Portfolio als Dachfonds gilt. Nach BVI-Definition ist das der Fall, wenn ein Fonds grundsätzlich mindestens 80 Prozent seines Vermögens in Zielfonds investiert. Der große Vorteil der BVI-Statistik ist, dass sie auf das in Deutschland abgesetzte Volumen abstellt – unabhängig davon, in welchem Land ein Fonds aufgelegt wurde. Diesen Fokus auf ein Vertriebsland können andere Datenlieferanten nicht bieten. (ert/bm)