Diskretion ist für einen Vermögensverwalter Ehrensache. Die meisten Vertreter dieser Zunft schweigen nicht nur über ihre Mandanten, sondern auch über das eigene Geschäft. Dem Institut für Vermögensverwaltung (InVV) der Hochschule Aschaffenburg ist es zu verdanken, dass die Öffentlichkeit hin und wieder doch einen Einblick in die Branche erhält.

Wie geht es den Anbietern? Wo drückt der Schuh? Was sind die wichtigsten Herausforderungen? Deutschlandweit bieten etwa 400 unabhängige Vermögensverwalter ihre Dienste an, schätzt InVV-Leiter Hartwig Webersinke. 129 davon, also fast jeder Dritte, hat sich an der jüngsten Umfrage des Instituts beteiligt. Das wichtigste Ergebnis: Den Anbietern geht es gut – die Zahl der Kunden und das verwaltete Vermögen wachsen, das Geschäft ist profitabel, oft sogar hochprofitabel.


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Etwas anderes wäre nach einem neun Jahre dauernden Bullenmarkt an der Börse allerdings auch erstaunlich. Brechen die Kurse ein, dürfte das Geschäft wieder anspruchsvoller werden. Dazu kommt die verschärfte Regulierung, die die Anbieter vor große Herausforderungen stellt. Noch längst nicht alle Vermögensverwalter dürfen sich als "Mifid-II-ready" bezeichnen.

Ist dieser Kraftakt bewältigt, können sich die Anbieter dem nächsten Problem widmen: Viele ihrer Kunden sind schon oder bald in Rente. Also müssen sich die Vermögensverwalter nach neuen Mandanten umschauen – und in vielen Fällen auch nach einem Nachfolger, der das Geschäft übernimmt. (bm)