Digitale Vermögensverwalter werden bis 2025 klassische Modelle verdrängt haben. Diese Prognose wagen die Experten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY Schweiz in einer Studie. Die Experten gehen in dem "Wealth Management Outlook 2017" davon aus, dass digitale Geschäftsmodelle ihren Marktanteil weltweit von derzeit praktisch null auf 20 bis 30 Prozent ausweiten können.

Bei der digitalen Vermögensverwaltung bauen und pflegen Algorithmen auf Basis aktueller Marktdaten die Portfolios. Berater und Kunde stehen dabei nurmehr über Kanäle wie Video-Chat in Verbindung. Im Zuge dieser "ganzheitlichen Vermögensverwaltung", so die Bezeichnung der EY-Analysten, werde sich die Rolle des Kundenberaters verändern. Er werde mithilfe digitaler Werkzeuge als Kontakt- und Ansprechperson agieren. 

Rund um die Uhr das Portfolio im Blick
Als Grund für diese Entwicklung geben die Branchenkenner die sich wandelnden Ansprüche der Vermögenden an. Diese würde sich in einem noch nie gesehenen Ausmaß verändern. Die neue Generation, die rund um die Uhr über ihre Mobilgeräte Entwicklungen verfolgt, erwarte eine umfassende Betreuung ihres Vermögens, die gleichzeitig die strengeren Regulierungen aller Länder berücksichtigt. "Die ganzheitlichen Vermögensverwalter zeichnen sich durch einen von Lebensereignissen getriebenen, digitalisierten Beratungsansatz aus, der für vermögende Kunden einen echten Mehrwert liefert", sagt Peppi Schnieper, Partner und Leiter Strategieberatung bei EY Schweiz.

Um einen Mangel an Kundschaft werden sich die Vermögensverwalter keine Sorgen machen müssen. Die EY-Experten gehen davon aus, dass die gut Betuchten bis 2021 ein Vermögen in Höhe von 69,5 Billionen US-Dollar besitzen werden. Das ist eine Zunahme um rund ein Viertel oder fast fünf Prozent pro Jahr.

Über die Hälfte des Zuwachses des netto investierbaren Vermögens entspringt den Top-5-Ländern: Die USA und China tragen mehr als 45 Prozent bei; Russland, Brasilien und Indien machen zusammen rund zehn Prozent der Zunahme aus. Die Studie des Beratungsunternehmens untersucht Wealth Management für Personen mit einem Vermögen von über einer Million US-Dollar. (ert)