Die Norm für eine standardisierte Bedarfsanalyse in der Finanz- und Versicherungsberatung wird nicht wie geplant Anfang 2018 vorliegen. Das Deutsche Institut für Normierung (DIN) wird zu diesem Zeitpunkt erst den Diskussionsentwurf für die Norm vorlegen, wie FONDS professionell ONLINE aus unterrichteten Kreisen erfahren hat.

Damit verschiebt sich der Zeitplan für den Start eines der wichtigsten Projekte der deutschen Beraterschaft um rund ein halbes Jahr. Mitte Februar hatte sich Bernhard Termühlen im Interview mit FONDS professionell noch zuversichtlich gegeben, dass die Norm Ende des Jahres fertig werde. Der einstige Chef des Finanzvertriebs MLP ist der wichtigste Geldgeber des Defino-Instituts, das das Normungsprojekt vorantreibt (angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch im E-Magazin abrufen).

Basis: DIN Spec 77222
Die DIN-Norm 77230 "Basisanalyse der finanziellen Situation von Privathaushalten", welche aktuell in einem Ausschuss des DIN-Instituts diskutiert wird, basiert auf der im März 2014 veröffentlichten DIN Spec 77222 "Standardisierte Finanzanalyse für den Privathaushalt" des Defino-Instituts für Finanznorm.

Die Spezifikation, die eine Vorstufe zu einer DIN-Norm ist, definiert eine Rundum-Analyse, mithilfe derer überprüft wird, ob der Versicherungs- und Vorsorgeschutz einer Person vollständig und ausreichend ist. Damit soll zwar nicht der gesamte Beratungsprozess, aber doch die davor geschaltete Bestandsaufnahme der finanziellen Lage und der Vorsorgelücken eines Verbrauchers auf die Basis einer offiziellen Norm gestellt werden. (jb)