Manager, die wählerisch sind, nur wenige ausgesuchte Titel ins Portfolio holen und damit deutlich von ihrem Vergleichsindex abweichen, schaffen es derzeit nicht, die Aktienmärkte zu übertreffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Research- und Analysehauses Cerulli Associates.

Gewöhnlich übertreffen Fondslenker, die nur eine Handvoll Aktien kaufen, von denen sie stark überzeugt sind und die sie deshalb auch abseits der bekannten Indizes aufstöbern, die marktbreiten Barometer. Meist werden diese Anlagestile als "Conviction" oder "Unconstrained" bezeichnet. Solche Manager gehen gezielte, aber durch die konzentrierte Titelauswahl auch höhere Risiken ein.

Indexfolger sahnen ab
"Conviction-Fonds schaffen es nicht, ihre Vergleichsbarometer zu übertreffen", sagt Angelos Gousios, Leiter des Retail-Researchs in Europa für Cerulli. So hätten nur wenige, in Europa beheimatete Aktienfonds, welche die Worte "Conviction" oder "Unconstrained" im Namen tragen, den S&P 500 über fünf Jahre geschlagen, noch weniger über zehn Jahre. "Wenn der Bullen-Markt weitergeht, wird die Zahl der Outperformer wahrscheinlich noch weiter sinken", ergänzt Gousios.

Wer hingegen einfach dem Markt folgte, fuhr erstaunlich gut. Denn die breiten Indizes stemmten sich gegen pessimistische Prognosen und schwangen sich zu immer neuen Höhenflügen auf. Dementsprechend lieferten einfache Indexfolger wie etwa ETFs auch dank ihrer geringen Kosten erstaunlich gute Ergebnisse ab. Dies hob die Hürden für aktive Manager. Manche von ihnen mögen jetzt gar auf einen Abschwung hoffen, um dabei endlih ihre Stcokpicker-Fähigkeiten unter Beweis stellen zu können, meint Gousios.

Hürden liegen höher
Dem Analysehaus zufolge ist der Werkzeugkasten aktiver Manager aber überschaubar. "Ein Fondsmanager mag mehrere Jahre lang überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften, auf gutes Research seines Hauses zurückgreifen können und unentdeckte Schätze ausgraben. Auch der Vertrieb mag gut arbeiten. Aber in der neuen Ära der Indexfolger liegen die Barrieren für aktive Manager höher als je zuvor", folgert Gousios. (ert)