Das persönliche Gespräch zwischen Vermittler und Kunde ist und bleibt der meistgenutzte Weg, um eine Versicherung zu vertreiben. Der Anteil von Online-Abschlüssen steigt aber stetig, vor allem bei Kfz-Policen. Das geht aus der Vertriebswegestatistik 2016 des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor.

Dabei schließt das eine das andere nicht aus. "Die Digitalisierung hat auch die klassischen Vertriebswege erreicht, sagt Elisabeth Stiller, Leiterin Vertrieb beim GDV. "Viele Vermittler nutzen für die Kommunikation mit ihren Kunden selbstverständlich soziale Netzwerke und Messenger-Apps. Diese Dimension der Digitalisierung bildet eine reine Abschluss-Statistik nicht ab."

In der Lebens- und der Krankenversicherung entfallen aber klar mehr als 90 Prozent des Neugeschäfts auf Einfirmenvermittler, Makler oder Mehrfachvertreter. In diesen Zahlen ist auch der Vertrieb von Versicherungen über Banken oder Sparkassen berücksichtigt, weil sie als Einfirmen- oder Mehrfachvertreter tätig sind. Relevant ist der Vertrieb über Kreditinstitute insbesondere in der Lebensversicherung: Gemessen an der Beitragssumme wird knapp 20 Prozent des Neugeschäfts über Kreditinstitute abgeschlossen.

In der Kraftfahrzeug-Versicherung kam nach Beitrag im vergangenen Jahr ein knappes Fünftel (18,5%) des Neugeschäfts aus dem Direktvertrieb oder über Vergleichsportale. Damit setzt sich dort der Trend der Vorjahre ungebremst fort (2015: 17,9%; 2014: 16,3%).

Auch in der Schaden-/Unfallversicherung insgesamt ist der Anteil der Direktabschlüsse mit 13,9 Prozent (2015: 13,6%) im Vergleich zu anderen Versicherungssparten überdurchschnittlich hoch. Klassische Vertriebswege dominieren. (jb)