Im zweiten Quartal gelang es immerhin 72 Prozent der Fondslenker auf europäische Aktien, ihre Benchmark zu schlagen. Dies zeigt eine Untersuchung des Daten- und Analyseportals Fundinfo. Ohne Abzug der Kosten wären es sogar 84 Prozent gewesen.

Auf längere Sicht fällt das Ergebnis jedoch deutlich schwächer aus: Seit Jahresbeginn gelang es 53 Prozent der Europa-Aktienmanager, nach Kosten ihr Vergleichsbarometer zu übertreffen. Über die vergangenen zwölf Monate gesehen waren es lediglich 35 Prozent. Bei US-Aktienfonds fällt das Ergebnis ausgewogener aus: Über alle drei Zeiträume hinweg gelang es jeweils rund der Hälfte der Manager, nach Kosten ihren Index hinter sich zu lassen.

Aktienfondsmanagern fällt es meist schwer, in großen Standardmärkten wie Europa oder USA ihre Messlatte zu übertreffen. Eine Heerschaar von Analysten beobachtet die jeweiligen Unternehmen, neue Gewinnschätzungen oder Empfehlungen verbreiten sich in Windeseile. Entsprechend selten gelingt es den Managern, etwa durch persönliche Meetings mit dem Top-Management einen Informationsvorsprung zu gewinnen und durch eine clevere Auswahl der Titel den Markt abzuhängen.

Zwei übersehene Rendite-Treiber
Im Feld der Schwellenländer-Titel wiederum gelang es im zweiten Quartal 53 Prozent der Manager, sich nach Kosten von ihrer Benchmark abzusetzen. Auf Jahressicht waren es immerhin 61 Prozent, über die vergangenen zwölf Monate aber nur 42 Prozent. Die oftmals propagierte These, dass aktive Manager in den weniger effizienten Emerging Markets eher noch üppige Renditen einfahren können, werden also durch diese Ergebnisse nicht mehr bestätigt.

Der Fundinfo-Auswertung zufolge konnten Manager zuletzt bei der Branchengewichtung punkten, wenn sie Telekom- oder Energiewerte mieden. Gut liefen hingegen Finanz- und Rohstofftitel. Allerdings hatten sich nur wenige Manager in diese Sektoren im großen Stil eingekauft. (ert)