Italiens gebeutelte Geldhäuser brauchen dringend frisches Kapital. Daher werden sie in diesem Jahr massiv faule Kredite in Verbriefungen bündeln und am Markt verkaufen, um ihre Bilanzen zu bereinigen. Die Rating- und Analysegesellschaft S&P rechnet damit, dass allein Italiens Banken 2017 forderungsbesicherte Anleihen im Volumen von 20 bis 40 Milliarden Euro auf den Markt werfen werden.

Damit würden die angeschlagenen Institute des Stiefelstaats den globalen Markt für in Verbriefungen gebündelter, ausfallgefährdeter Kredite (Non-Performing Loans, NPL) regelrecht überschwemmen. In diesem Segment wurden S&P zufolge 2016 weltweit lediglich Papiere im Volumen von 3,15 Milliarden Euro emittiert. Für 2017 rechnen die Rating-Experten dagegen mit einem Emissionsvolumen zwischen 22 und 53 Milliarden Euro.

Schlingerkurs wegen fauler Kredite
Aufgrund der schwachen Wirtschaftslage ächzen Italiens Banken nun unter der einst recht freizügigen Kreditvergabe. Schuldner können Darlehen im Volumen von rund 360 Milliarden Euro gar nicht oder nicht fristgemäß tilgen. Dies entspricht 20 Prozent der insgesamt ausgegebenen Kredite in dem Land. Immer mehr Banken geraten dadurch in Schieflage. So ringt die älteste Bank der Welt, Monte die Paschi di Siena, ums Überleben und muss mit Steuergeld gerettet werden.

Kreditverbriefungen auf Hypotheken hatten mit dem Platzen der Immobilienblase in den USA die Finanzkrise 2008 ausgelöst. Die Papiere waren trotz eines hohen Anteils ausfallgefährdeter Darlehen von den Ratingagenturen mit Bestnoten bewertet worden. Geldhäuser weltweit hatten ihre Bilanzen mit solchen toxischen Papieren vollgeladen. Seither liegt dieses Segment weitgehend auf dem Trockenen. Zwar schlagen Banken immer wieder Kreditpakete los, doch diese verkaufen sie seither meist direkt an wagemutige Investoren wie Hedgefonds. (ert)