Wegen der ungewissen Aussichten für die Aktienbörsen und nach wie vor magerer Renditen an den Bondmärkten haben Anleger so viel Geld wie noch in alternative Strategien investiert. Fonds des Segments Liquid Alternatives verzeichneten im vergangenen Jahr ein Nettomittelaufkommen von 50 Milliarden Euro. Das verwaltete Vermögen von Ucits-Fonds dieser Kategorie kletterte auf rund 400 Milliarden Euro, meldet die Analysegesellschaft Absolut Research.

Das Hamburger Haus führt 1.148 europäische Fonds unter dem Schlagwort Liquid Alternatives. Das Spektrum dahinter ist groß und reicht von marktneutralen, Arbitrage-, Long-Short- sowie Event-Driven-, Volatilitäts- und Devisen-Strategien bis hin zu Multi-Strategy-Portfolios, die verschiedene Ansätze kombinieren.

Renditequellen jenseits des Gängigen
"Die anhaltende Wachstumsdynamik in diesem Segment zeigt, dass Investoren weiterhin auf der Suche nach Strategien sind, die Renditequellen jenseits des herkömmlichen Aktien- und Anleihespektrums erschließen und gleichzeitig potenzielle Verlustrisiken begrenzen", meint Michael Busack, Geschäftsführer von Absolut Research.

Das wachsende Interesse bescherte besonders den großen Anbieter Mittelzuflüsse. An die Spitze rückte Invesco. Das Haus setzte 5,6 Milliarden Euro in entsprechenden Strategien ab. Darauf folgen Blackrock mit 4,6 Milliarden und Old Mutual mit 4,1 Milliarden Euro Neugeld. Der Volumenstärkste Anbieter in dem Segment, Aberdeen Standard Investments, verzeichnete hingegen Abflüsse.

Leichter Rückgang
Die Gattung der Liquid Alternatives ist noch relativ jung, erfährt aber immer mehr Zuspruch. Wurden in den vergangenen Jahren immer mehr entsprechende Fonds zugelegt, sank die Zahl 2017 leicht. 140 Liquidationen oder Verschmelzungen stehen 121 Neuauflagen gegenüber. Von den in Europa erhältlichen Fonds sind nur rund 700 für den Vertrieb in Deutschland zugelassen. Diese verwalten rund 285 Milliarden und verzeichneten Zuflüsse in Höhe von 37 Milliarden Euro.

80 Prozent der Portfolios erzielten 2017 eine positive Rendite. Die beste Gruppe waren Absolut Research zufolge Long-Short-Aktienfonds. Eine enttäuschende Wertentwicklung fuhren hingegen Devisen- und Rohstoffstrategien ein. (ert)