Deutsche Anleger scheuen noch immer vor Aktien zurück. Im vergangenen Jahr besaßen nur 8,98 Millionen Menschen in Deutschland Aktien oder Aktienfonds. Die Deutschen setzen nach wie vor lieber auf das Sparbuch – obwohl Niedrigzinsen und steigende Inflation dazu führen, dass sie Geld verlieren. Die maximale Verzinsung für Tagesgeld liegt derzeit bei mickrigen 1,2 Prozent jährlich, die aktuelle Rendite zehnjähriger Bundesanleihen beträgt gerade einmal 0,5 Prozent.

Der Staat ist in der Pflicht, die Aktienkultur in Deutschland zu fördern, sagt Loys-Fondsmanager Christoph Bruns. "Konkret heißt das: Staatliche Anreize sollten den Aktienerwerb unterstützen." Das Deutsche Aktieninstitut DAI wirbt etwa für ein Förderkonzept, das Aktien in den Fokus der Altersvorsorge rückt. Es soll mit staatlichen Zulagen und dem Verzicht auf die Abgeltungsteuer nach 20 Jahren Anlagezeit Sparanreize für die Vorsorge mit Aktien setzen. Darüber hinaus fordert das DAI ökonomische Allgemeinbildung als Schulfach.

Unternehmertum im Unterricht
Bruns findet es traurig, dass solche Forderungen überhaupt nötig sind. "Unser Wohlstand fußt auf unternehmerischem Wirken, auf dem Gewinnstreben privatwirtschaftlicher Unternehmen, die Renditen auf ihr eingesetztes Kapital erzielen wollen, die höher liegen als der historische Durchschnitt von Zinsen", sagt er. "Die Schulen unseres Landes müssen wieder lernen, das Verständnis ökonomischer Zusammenhänge zu lehren." (fp)