Die Deutsche Asset Management trägt die Kosten für externe Analysen selbst. Dies teilte die Fondstochter der Deutschen Bank mit. "Wir sind immer bestrebt, unseren Kunden Planungssicherheit und Transparenz zu bieten", schreibt Deutsche-AM-Chef Nicolas Moreau in einer Mitteilung. Die Frankfurter schließen sich damit Häusern wie Allianz Global Investors und Flossbach von Storch an und nehmen die Ausgaben für Research auf die eigene Bilanz. Union Investment und Dekabank hatten hingegen angekündigt, die Ausgaben auf die Portfolios zu verteilen und damit den Anlegern in Rechnung stellen.

Hintergrund der Richtungsfrage ist die EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II. Demnach müssen ab 2018 die Kosten für Analysen von Drittanbietern genau ausgewiesen werden. Bislang finanziert sich das Research fast ausschließlich über Gegengeschäfte. Investmentbanken und Broker gewähren Zugang zu ihren Analysen. Im Gegenzug erteilen ihnen die Asset Manager lukrative Handelsaufträge. Die neuen Regeln sollen Transparenz über die eigentlichen Kosten herstellen.

Preise für Analysen verhandeln
Moreau erklärte zudem, dass der Investmentansatz der Deutschen Asset Management unberührt bleibe. Der Vermögensverwalter werde auch künftig qualitativ hochwertiges externes Research zukaufen, um sicherzustellen, dass die Fondsmanager über alle notwendigen Informationen für ihre Entscheidungsprozesse verfügen. Zu diesem Zweck werde das Haus mit Drittanbietern die Preise für Analysen verhandeln.

Wettbewerber wie Carmignac oder Amundi und auch die zentralen Fondsanbieter der deutschen Genossenschaftsbanken und Sparkassen haben sich hingegen für den anderen Weg entschieden. Das Kalkül hinter dieser Entscheidung ist, dass die Transaktionskosten sinken sollten, da die Researchgebühren ja künftig gesondert anfallen. Die Anleger müssten unter dem Strich also nicht mehr bezahlen, so die Hoffnung.

Was macht Blackrock?
Besonders im angelsächsischen Raum haben sich einige Gesellschaften dagegen dazu entschlossen, die Kosten für externes Research selbst zu tragen, so etwa die Allianz-Tochter Pimco, J.P. Morgan AM, M&G oder Jupiter und Vanguard. Auch die frisch fusionierte Aberdeen Standard Investments hat sich endgültig auf diese Seite gestellt. Zuletzt kündigte Franklin Templeton an, die Ausgaben auf die eigene Bilanz zu nehmen.

Klar ist aber auch, dass die Kosten am Ende auf verschlungenen Pfaden doch bei den Anlegern landen könnten: in Gestalt höherer Managementgebühren. Offen ist bislang die Entscheidung des Branchenprimus Blackrock. (ert)