Drei Jahre Haft – so lautete am Donnerstag das Urteil im Prozess gegen einen ehemaligen Finanzberater, über den die "Schwäbische Zeitung" berichtet. Das Ulmer Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte 15 Investoren um insgesamt 1,8 Millionen Euro erleichtert hatte. Hinzu kam versuchter Betrug in Tateinheit mit Urkundenfälschung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der ehemalige Bankangestellte hatte sich im Jahr 2007 als Finanzberater selbständig gemacht. Nachdem er sich mit seinem Privatvermögen verspekuliert hatte, sammelte er Geld von Freunden und Verwandten ein, um die Verluste auszugleichen. Dafür versprach er ihnen Renditen von bis zu 20 Prozent. So entstand ein hochgefährliches Schneeballsystem. Einen großen Teil des ergaunerten Geldes verwendete der Mann dazu, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Schließlich war er so hoch verschuldet, dass er den entstandenen Schaden nicht wiedergutmachen konnte.

Happy End ist Ansichtssache
Mit gefälschten Unterschriften hatte der Angeklagte überdies das Aktiendepot eines Kunden aufgelöst. Aufgefallen war das, als er versuchte, das Geld vom Kundenkonto auf sein privates Girokonto zu übertragen – und dabei aufflog. In seinem Schlusswort hatte der Mann erklärt: "Es tut mir von ganzem Herzen leid. Ich war der festen Überzeugung, dass es gut ausgeht."

So richtig gut ausgegangen ist es für ihn nun nicht. Aber: Mit der Freiheitsstrafe von drei Jahren blieben die Richter immerhin fünf Monate unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, weil sich der Mann geständig gezeigt und Selbstanzeige erstattet hatte. Zusätzlich zur Haftstrafe muss der ehemalige Finanzberater 1,5 Millionen Euro an ehemalige Kunden zurückzahlen, außerdem rund 3.100 Euro an die Augsburger Aktienbank. Er muss zudem die Kosten des Verfahrens tragen. (fp)