Natxis, die Investmentbank der französischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken, hat sich im Fondsgeschäft ehrgeizige Ziele gesetzt. So will das Haus bis Ende 2020 das verwaltete Vermögen im Asset-Management-Bereich auf eine Billion Euro steigern. Derzeit beziffert sich das Volumen des Boutiquen-Dachs auf rund 800 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Europas Nummer eins, Amundi, verwaltet aktuell 1,4 Billionen Euro.

Natixis ist Teil der BPCE-Gruppe, dem größten Bankennetzwerk Frankreichs. Die genannten Volumenziele sind aber nur ein Teil eines Wachstumsplans bis 2020, den Natixis "New Dimension" nennt – und der klingt bei näherer Betrachtung mehr als sportlich.

Die Franzosen wollen zudem den durchschnittlichen Gebührenertrag bis Ende 2020 bei über 0,3 Prozent des verwalteten Vermögens halten. Der operative Gewinn soll bis dahin über die Markte von einer Milliarde Euro klettern. Ende 2016 hatte sich der operative Gewinn der Natixis-Sparte "Investment Solutions" auf rund eine Milliarde Euro beziffert. Neben dem Asset Management zählten dazu auch das Versicherungsgeschäft und Private Banking.

Die Kennzahl für das Fondsgeschäft alleine haben die Franzosen nicht ausgewiesen. Vom Umsatz her gesehen ist das Asset Management aber mit Abstand der größte Teil der Sparte.

Wachstum in Zeiten des Schrumpfens
Diese Wachstumsziele erscheinen angesichts der allgemeien steigenden Kosten und schrumpfenden Margen in der Fondsindustrie als ambitioniert. Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) locken immer mehr Geld von Anlegern an, während sich das Wachstum traditioneller Asset Manager abschwächt oder diese gar Mittel verlieren. Die Fondsboutiquen von Natixis haben sich großteils auf aktives Management konzentriert.

Zudem wird Natixis Global Asset Management in Natixis Investment Managers umbenannt, teilte das Haus mit. Die Gesellschaft ist das Dach für 26 Investmentboutiquen, darunter DNCA, Loomis Sayles, Ossiam oder Natixis Asset Management. Letztere bekomme 2018 ebenfalls einen neuen Namen, teilte das Haus mit. Alle anderen Tochtergesellschaften von Natixis Investment Managers behalten ihre bisherigen Marken bei, heißt es weiter.

Neues Investment-Institut
Weiterhin gründen die Franzosen das Natixis Investment Institute. Dieses fasst die Verhaltensforschung des Center for Investor Insight sowie die Portfolio Research & Consulting Group zusammen. Das Institut werde die Entwicklungen im Bereich der Datenanalyse einsetzen, um Zusammenhänge im Investmentmanagement zu untersuchen.

Das Haus greife dabei auf die in den vergangenen fünf Jahre in 25 Umfragen mit 50.000 Teilnehmern gesammelten Daten und den über 6.000 Portfolios, die die Gesellschaft analysiert hat, zurück. (ert)