Die Zunft der Fondsmanager erarbeitete im vergangenen Jahr zarte Zeichen einer Mehrrendite gegenüber ihren Vergleichsindizes. Dies zeigt die Studie "S&P Dow Jones Indices versus Active", kurz Spiva. Der jährlich erscheinende Report des Indexanbieters S&P Dow Jones kommt zu dem Ergebnis, dass 2017 immerhin rund 53 Prozent der Fonds auf europäische Aktien die Benchmark S&P Europe 350 übertrafen. Im Vorjahr hatten sich hingegen 80 Prozent der Manager dem Vergleichsmaßstab geschlagen geben müssen.

Bei deutschen Aktienfonds erzielten sogar rund 61 Prozent der Fondslenker eine messbare Outperformance. Im Vorjahr hinkten hingegen satte 88 Prozent der Fondslenker dem S&P Germany BMI hinterher. 2017 waren Portfolios auf deutsche Aktien damit fast Spitzenreiter in Europa. Besser schnitten nur Manager italienischer Aktien ab. Hier übertrafen fast 72 Prozent der Fonds ihren Vergleichsindex.

Europaweit große Unterschiede
Eine tatsache aber trübt die Jubelstimmung: Auf längere Zeiträume nämlich schwinden die Mehrrenditen dahin. So hinken auf drei Jahre gesehen 59 Prozent der europäischen Aktienfonds dem Vergleichsmaßstab hinterher, auf fünf Jahre sind es 73 Prozent. Bei deutschen Dividendentiteln zeigt sich ein ähnliches Bild: Über drei Jahre schaffen es 61 Prozent der Manager nicht, ihren Index zu schlagen. Auf fünf Jahre sind 72 Prozent.

Eine Ausnahme ist wieder das Feld der italienischen Aktien. Hier übertrafen über fünf Jahre immerhin fast 58 Prozent der Experten die S&P-Dow-Jones-Auswahl. Schwer haben es hingegen niederländische Portfoliomanager. Gut 93 Prozent schaffen es über diesen Zeitraum nicht, ihren Index zu schlagen. Kritiker fußen auf Studien wie der aktuellen Auswertung von S&P Dow Jones ihren Schluss, dass aktives Management kaum in der Lage sei, auf längere Sicht einen Mehrertrag zu liefern und Anleger deshalb besser mit günstigen, börsengehandelten Indexfonds (ETFs) beraten sind. (ert)