In Europa arbeiten gut 695.000 Menschen hauptberuflich in der Finanzberatung und -vermittlung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Brüsseler Verbands Fecif, der die Interessen dieser Berufsgruppe auf EU-Ebene vertritt.

Für die Studie recherchierte ein Team um Fecif-Vizepräsident Jiri Sindelar bei den nationalen Branchenverbänden, in offiziellen Datenbanken und anderen Quellen. Nach eigenen Angaben entstand so erstmals ein Überblick über den Markt der Finanzintermediäre in Europa. Berücksichtigt wurden Zahlen aus 15 EU-Ländern, darunter alle großen Märkte wie Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien.

Deutschlands Berater tragen angeblich 6,5 Prozent zum BIP bei
Der Verkauf über Finanzintermediäre trage in den meisten Ländern etwa ein bis zwei Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, so Sindelar. In einer ähnlichen Größenordnung bewege sich auch der Anteil des Sektors an der Beschäftigung. "Die wichtigsten Ausnahmen finden sich in den beiden größten Ländern Frankreich und Deutschland", sagt Sindelar. "Dort tragen die Berater 4,4 beziehungsweise 6,5 Prozent zum BIP bei."

Dass Deutschlands Finanzberater 6,5 Prozent zur Wirtschaftsleistung beisteuern, erscheint auf den ersten Blick sehr hoch gegriffen. Sindelar legt auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE die Berechnung offen: Basis sei der aggregierte Umsatz der Finanzintermediäre, der sich in Deutschland zuletzt auf 204 Milliarden Euro im Jahr belaufen habe. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt von 3.132 Milliarden Euro ergibt sich die besagte Quote. Die Daten habe der deutsche Votum-Verband zugeliefert, so Sindelar.

Das Fazit von Fecif-Generalsekretär Paul Stanfield: "Finanzberater und -intermediäre spielen eine signifikante Rolle für den Vertrieb von Versicherungen, Fonds, Krediten und Altersvorsorgeprodukten." (bm)