Plötzlich ein dickes Minus auf dem Konto, wie von Geisterhand abgebuchte Beträge oder für jedermann einsehbarere Konten: Für Pleiten, Pech und Pannen sorgt die IT von Finanzdienstleistern oder Versicherungsunternehmen immer wieder einmal. Gerade erst hat die KfW von sich reden gemacht, die ihre Technik nicht in Griff bekommt. Im Februar soll die Förderbank aus Versehen 7,6 Milliarden Euro zu viel auf die Konten von vier Geschäftsbanken überwiesen haben, wie das "Handelsblatt" erfahren hat. Zuvor war eine Summe von bis zu sechs Milliarden Euro genannt worden.


Doch die KfW ist längst nicht das einzige Institut, bei dem es immer wieder einmal peinliche und mitunter sündhaft teure Pannen gibt. Wenn Sie erfahren möchten, bei welchen Instituten es schon einmal heftig im IT-Gebälk gekracht hat  – klicken Sie sich einfach durch unsere Bildstrecke.


Umso erstaunlicher ist es, dass Verbraucher ihren Banken und Versicherungen noch immer enorm viel Vertrauen schenken. So wähnen 84 Prozent der Deutschen ihre Daten bei Finanzdienstleistern und Assekuranz-Unternehmen in sicheren Händen, wie eine Studie der Unternehmensberatung Capgemini zeigt.

Kein Vertrauen in die eigene IT
Die Finanzunternehmen selbst sind von ihren IT-Strukturen weniger überzeugt. Nur jeder sechste leitende Bankangestellte (17 Prozent) ist zuversichtlich, dass die eigene Organisation einen Datenverlust aufdecken oder verhindern kann. Ein Blick hinter die Kulissen, den vor einiger Zeit die "Süddeutsche Zeitung" tat, erklärt, warum es mit dem Vertrauen von Bankern und Versicherern in die hauseigene Technik nicht weit her ist. 

Anwendungen aus der Computer-Steinzeit
Bei den großen deutschen Banken, schreibt die Zeitung, stammten die ältesten EDV-Anwendungen, die nach wie vor in Vollbetrieb sind, zum Teil noch aus den 1970er-Jahren. Manche seien in vorsintflutlichen Computersprachen wie Cobol verfasst. Diese wurde allerdings schon im Jahr 1959 entwickelt.

Heute beherrscht diese Sprache und ihre Codes kein Programmierer mehr, weshalb die Institute bei der Wartung ihrer Systeme auf wirklich "alte Hasen" – sprich: längst pensionierte Datenverarbeitungsspezialisten – zurückgreifen. Statt den maroden Kern der IT zu erneuern, werde meist nur an der Oberfläche laboriert. Denn: Diese sehen am Ende die Kunden. Wie hoffnungslos veraltet und störanfällig die dahinterliegende "Steinzeit-Software" ist, bekommt die Öffentlichkeit nur mit, wenn es richtig schief läuft. (am/ert)