Die Ankündigung der Ergo, ihren Agenturvertrieb zu verschlanken und dabei rund 1.800 Stellen abzubauen, stieß 2016 auf ein großes Echo in der Branche. Harald Christ, Vorstandsvorsitzender der Ergo Beratung und Vertriebs AG, betont aber in einem aktuellen Interview mit dem Branchendienst "Versicherungswirtschaft heute", dass die Ausschließlichkeit und auch der Maklervertrieb Vertriebsschwerpunkt von Deutschlands zweitgrößtem Versicherer bleiben.

Das große Thema der Ergo ist die Digitalisierung und damit verbunden die Verschlankung von Prozessen. Dies soll auch im Vertrieb greifen. Der Konzern entwickelt daher für die sogenannten hybriden Kunden, die sowohl persönlich als auch online beraten werden möchten, passende Angebote. "Damit ist und bleibt die Ausschließlichkeitsorganisation ein Schwerpunkt unserer Vertriebsaktivitäten, ebenso wie der Maklervertrieb", so Christ.

Beide würden von der Digitalisierung profitieren, denn viele Prozesse sollen künftig digitalisiert sein. "Der digitale Datenaustausch – sowohl online als auch offline beim Kunden vor Ort – erleichtert die Arbeit der Vertriebspartner. So gewinnen sie mehr Zeit, um unsere Kunden zu beraten", sagte er dem Branchendienst.

Schulungsprogramme für Investmentprodukte
Der Ergo-Manager berichtete weiter, dass im Vertrieb seit Januar eine neue Struktur bestehe. "Wir haben die Agenturvertriebe in einer einheitlichen Ausschließlichkeitsorganisation zusammengeführt. Jetzt muss sich das Ganze einspielen." Wichtig sei, dass aus den unterschiedlichen Vertriebshistorien am Ende eine Ausschließlichkeit entstehe.

Christ, Ex-Chef des Hamburger Initiators HCI Capital und der Postbank Finanzberatung, nannte als zweites großes Thema in dem Gespräch die Aus- und Weiterbildungsoffensive für Financial Products: Die Ergo hatte Anfang März verkündet, dass sie rund 6.000 Vermittler fit für den Verkauf von Investmentprodukten machen wolle (FONDS professionell ONLINE berichtete). (jb)