Die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat die neue Bundesregierung aufgefordert, die Riester-Rente komplett umzugestalten: Jeder Angestellte solle automatisch und vom ersten Arbeitsvertrag an in die staatlich geförderte Altersvorsorge einzahlen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet. "Wer das nicht möchte, kann über eine "Opt-out-Option" austreten", zitiert die Zeitung Klaus Müller, den Chef des VZBV.

Die Forderung der Verbraucherschützer basiert laut FAZ auf einem Passus im Koalitionsvertrag der Unionsparteien mit der SPD, wonach "eine zügige Entwicklung eines attraktiven standardisierten Riester-Produkts" angestrebt wird (FONDS professionell ONLINE berichtete). Ein solcher Einheits-Riester hätte laut dem VZBV und seinem Chef Müller den Vorteil, dass er deutlich geringere Kosten und damit auch eine höhere Rendite mit sich brächte als die heutige Vielzahl von nebeneinander existierenden Versicherungs-, Fonds- und Bausparplänen. Denn je mehr Menschen einzahlten, desto besser seien die Konditionen für alle, beschreibt die FAZ die Idee der Verbraucherschützer. Diese halten daher eine Standard-Versicherung für die logische Konsequenz und wollen dafür beim neuen SPD-Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil werben.

Die Verbrauschützer stützen ihr Ansinnen vor allem auf eine konkrete Zahl: Gerade einmal elf Millionen Deutsche nutzen die Riester-Förderung bislang, um privat fürs Alter vorzusorgen. Sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind in Deutschland aber fast dreimal so viele Menschen. Zwar haben 60 Prozent dieser sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine Betriebsrente – ob dies aber genau die Arbeitnehmer sind, die keinen Riester-Vertrag haben, darf bezweifelt werden. (jb)