Die Masche funktionierte erstaunlich lange erstaunlich gut: Ein junger Mann aus Göttingen hat einer dort ansässigen Bank offenbar zehn Mal falsches Gold verkauft und dafür insgesamt 300.000 Euro kassiert. Dies berichtet der "Norddeutsche Rundfunk" auf seiner Internetseite "ndr.de". Zusammen mit seiner Mutter stehe der inzwischen 20-Jährige daher jetzt wegen gewerbsmäßigen Betruges vor dem Göttinger Amtsgericht.

In den zehn Fällen soll der Mann der Bank im Jahr 2016 gefälschte Goldbarren und –münzen angedreht haben, die er über das Internet bezogen hatte. Experten vermuteten, dass das vermeintliche Gold aus China stammt, schreibt "ndr.de". Dort würden Fälscher Barren aus Kupfer, Messing oder Wolfram mit einer Schicht Gold überziehen und sie dann billig auf Online-Plattformen anbieten.

Täuschend echt
Da das falsche Gold täuschend echt ausgesehen habe, habe die Bank lange Zeit keinen Verdacht geschöpft, schreibt "ndr.de" und beruft sich auf Informationen der Göttinger Staatsanwaltschaft. Der Trick sei erst aufgeflogen, als das Kreditinstitut das angebliche Gold an eine andere Bank verkaufen wollte.

Eigentlich sei es üblich, dass Banken angebotenes Gold zunächst auf seine Echtheit hin prüfen und den Gegenwert erst danach auszahlen, sagte ein Sprecher der Bundesbank gegenüber "ndr.de". Ein weiterer Fall wie der in Göttingen sei der Bundesbank nicht bekannt. Bei der Göttinger Staatsanwaltshaft herrscht ebenfalls Überraschung. "Von einem derartigen Fall habe ich noch nie gehört", zitiert "ndr.de" einen Sprecher.

Verfahren ausgesetzt
Unklar ist noch, wann das Urteil fällt. Das Verfahren sei ausgesetzt, berichtet "ndr.de". Es müssten noch Einzelheiten zum Schaden ermittelt werden, der der Göttinger Bank entstanden ist. Es stehe auch noch nicht fest, wie hoch der Schaden anderer Geldinstitute ist, die Teile des falschen Goldes gekauft hatten. (am)