Die Zahl der Honorarberater mit Gewerbeerlaubnis ist in den drei Monaten von Anfang Juli bis Anfang Oktober um 44 Prozent gesunken. Das geht aus der Statistik zum Vermittlerregister des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor, die FONDS professionell ONLINE ausgewertet hat.

Demnach stieg die Zahl der Honorar-Finanzanlagenberater mit Erlaubnis nach Paragraf 34h Gewerbeordnung (GewO) zwar leicht um vier auf 161, das Lager der Honorar-Immobiliardarlehensberater mit Erlaubnis nach Paragraf 34i GewO dagegen schrumpfte um gut 700 Personen auf 731. In Summe ergibt das ein Minus von 44 Prozent.


In der Bilderstrecke oben hat FONDS professionell ONLINE die wichtigsten Zahlen aus dem DIHK-Register grafisch aufbereitet – einfach weiterklicken!


Eine offizielle Erklärung für den Rückgang konnte der DIHK auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE am Mittwochvormittag nicht geben. Mit der Materie vertraute Experten verweisen jedoch auf die geänderte Gesetzeslage: Der Gesetzgeber hatte die Umsetzung der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD genutzt, um auf verwaltungstechnischem Wege auch die Regeln für Immobiliardarlehensvermittler an einem Punkt zu ändern.

Zur Erläuterung: Wer Hauskredite vermittelt, benötigt eine 34i-Erlaubnis – unabhängig davon, ob er dies auf Provisionsbasis als "Immobiliardarlehensvermittler" tut oder auf Honorarbasis als "Honorar-Immobiliardarlehensberater". Bislang war unter Juristen strittig, ob sich die Professionen gegenseitig ausschließen oder nicht. Dies wurde nun eindeutig geregelt: Wer bei einem Kunden auf Provisionsbasis arbeitet, darf nicht bei einem anderen Kunden mit dem Schlagwort der Honorarberatung werben. Möglicherweise mussten daher nun zahlreiche Wohnkreditvermittler auf ihren Auftritt als Honorar-Immobiliardarlehensberater verzichten.

Das Lager der 34f-Berater wächst nur langsam
Insgesamt stieg die Zahl der Gewerbetreibenden mit 34i-Erlaubnis in den vergangenen drei Monaten deutlich auf 49.119 (siehe Grafiken in der Bilderstrecke oben). Das Lager der Finanzanlagenvermittler mit Erlaubnis nach Paragraf 34f GewO wächst dagegen nur noch langsam. Der DIHK zählte Anfang Oktober 37.612 entsprechende Einträge in seinem Register. Ende Juni waren es 37.554 gewesen. Die Statistik zu Versicherungsvermittlern mit Erlaubnis nach Paragraf 34d GewO zu Anfang Oktober hatte der DIHK am Mittwoch noch nicht veröffentlicht. (bm/jb)