Die globale Finanzkrise kennt viele Opfer, aber kaum Schuldige. Zu diesem erstaunlichen Resultat kommt eine Zählung von Sigtarp – jener Institution, die im Auftrage der US-Regierung die Rettungsprogramme im amerikanischen Banken- und Hypothekensektor überwacht. Demnach wurden im Zuge der juristischen Aufarbeitung der Subprime-Krise zwar 324 Führungskräfte aus der US-Immobilienwirtschaft zu Haft- oder Geldstrafen verurteilt, vornehmlich Abteilungsleiter von Hypothekenbanken, Immobilienkredit-Vermittler und –Makler sowie Projektentwickler – aber nicht ein einziger Vorstand einer Wall-Street-Bank. Anderswo ging man härter zur Sache: Island beispielsweise zog die Vorstände dreier großer nationaler Geldinstitute zur Rechenschaft, und Großbritannien machte zahlreichen Führungskräften der Barclays Bank den Prozess, berichtet die "Financial Times". (ps)