Weltweit fließen rund 620 Milliarden Euro am Fiskus vorbei in Steueroasen, wie eine Gruppe von Ökonomen im Rahmen der Studie "The Missing Profits of Nations" unter Leitung des Berkeley-Wissenschaftlers Gabriel Zucman für das Jahr 2015 errechnet hat. 40 Prozent der erwirtschafteten Konzerngewinne versickerten in Niedrigsteuerländern und Steueroasen, wo die Unternehmen keine oder nur sehr geringe Abgaben bezahlen müssen.

Der größte Einnahmeverlust durch Steueroasen entsteht der Studie zufolge in der Europäischen Union und den USA, gefolgt von Entwicklungsländern. Zu den größten Verlierern zählt Deutschland mit knapp 47 Milliarden Euro an verschobenen Profiten. Der deutsche Fiskus verlor 28 Prozent seiner potenziellen Einnahmen aus Unternehmensteuern – mehr als jedes andere Land. Dagegen kommt Österreich mit 900 Millionen Euro, die dem Finanzamt entgangen sind, relativ glimpflich davon. (mb)