Über die Bitcoin-Rally freuen sich nicht nur Anleger, sondern auch der deutsche Staat, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Alleine die Kursgewinne aus Geldanlagen in Bitcoin und andere Kryptowährungen könnten dem Bund für 2017 zusätzliche Steuereinnahmen von 726 Millionen Euro bringen, wie das Frankfurt School Blockchain Center errechnete.

Die Kurszuwächse bei Kryptowährungen waren im vergangenen Jahr enorm: Bitcoin legte in der Spitze um 2.000 Prozent auf knapp 20.000 US-Dollar zu. Andere Kryptowährungen wie Ripple oder Ethereum verzeichneten noch stärkere Preissprünge.

Wer die Kryptowährung mit Gewinn verkaufte, muss sie mit seinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern und nicht die in der Bundesrepublik bei Aktien und Anleihen übliche Abgeltungsteuer zahlen, wie die Studienautoren Klaus Himmer und Philipp Sandner schreiben. Der persönliche Steuersatz liegt oft höher als die 25 Prozent Abgeltungssteuer.

Der Steuerzahler muss die Gewinne aus Geschäften mit Kryptowährungen demnach in seiner Steuererklärung gesondert angeben. Privatinvestoren müssten aufpassen, weil sie sonst Ärger mit dem Fiskus bekämen, heißt es in der Studie: "Aufgrund der enormen Kurssteigerungen in 2017 sind hinsichtlich des Steuerstrafrechts schnell 'signifikante' Beträge erreicht." Der Staat sei allerdings gefordert, klare Rahmenbedingungen für die Besteuerung von Kryptowährungsgewinnen zu schaffen. (Reuters)