
DWS Aktien Strategie Deutschland: Porträt
Was ist das Anlageziel dieses Fonds und warum ist die Zeit jetzt günstig, in den DWS Aktien Strategie Deutschland zu investieren? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt Fondsmanager Henning Gebhardt im Video-Porträt.
AnzeigeMaßgeschneiderte Zertifikate auf Knopfdruck

Philip Kalb
Etwa die Hälfte der deutschen Vermögensverwalter, so schätzen Branchenkennern, setzt in den Portfolios ihrer Kunden Zertifikate ein. Ähnlich wie die Privatanleger stehen jedoch auch die professionellen Geldverwalter vor dem Problem, aus dem schier riesigen Zertifikateuniversum das passende Papier zu finden. So wies die Börsenumsatzstatistik des Deutschen Derivate Verbandes (DDV) im Dezember 2011 knapp 820.000 Produkte aus. Vermögensverwalter können die Hürde der "Qual der Wahl" allerdings auf mehreren Wegen überwinden. Entweder sie greifen auf Softwarelösungen zurück, mit deren Hilfe man Zertifikate nach individuellen Kriterien filtern kann, oder aber sie nutzen die internetbasierten Plattformen der Zertifikate-Emittenten, die „maßgeschneiderte Zertifikate“ quasi per Knopfdruck versprechen. Bislang sind drei solcher „Pricing Tools“ in Deutschland aktiv. Mit dem Start-Up-Unternehmen Xicor könnte noch in diesem Jahr eine Weiterentwicklung der Zertifikate-Plattformen folgen.
Als erste Zertifikate-Emittentin hat 2007 die Investmentbank UBS deutschen Kunden ihren „UBS Equity Investor“-Plattform angeboten. "Die Plattform war bereits 2004 in der Schweiz entstanden, um die Anfragen nach Zertifikaten von professionellen Anlegern wie Vermögensverwaltern und Privatbanken beziehungsweise der Berater aus unserem eigenen Private-Banking-Bereich schneller und effektiver bearbeiten zu können", erklärt Marcel Langer, Direktor bei UBS Deutschland. Zertifikate bestehen aus einem oder mehreren derivativen Instrumenten – in der Hauptsache Optionen – , die die Emittenten handeln und in einer „Zertifikatehülle“ verpackt ihren Kunden anbieten. Anstatt nun bei der Bank durch mehrere Abteilungen eine langwierige Produkt- und Preisanfrage für eine bestimmte Optionskombination zu stellen, können Vermögensverwalter per Internet bei „Equity Investors“ ihre Anfrage direkt an das (Options-)Handelssystem der UBS richten.
Wie funktioniert eine Plattform für maßgeschneiderte Zertifikate?
Auf der Plattform haben Kunden die Auswahl unter verschiedenen Strukturen wie Discount- und Bonuszertifikaten sowie Aktienanleihen, die wegen ihrer relativen Einfachheit und ihrem klaren Auszahlungsprofil zu den am häufigsten nachgefragten Zertifikatetypen gehören. Als Basiswerte für diese Strukturen stehen eine Vielzahl von schweizerischen, deutschen und US-amerikanischen Aktien, Indizes sowie Aktienkörben zur Verfügung. Laufzeit, Cap, Barriere und Kupon des gewünschten Zertifikats sowie die angepeilte Rendite sind weitere Auswahlparameter. Dazu zählt ebenfalls die Mindestanlagesumme, die im Fall der UBS-Plattform bei 20.000 Euro liegt. Sind alle Parameter gesetzt, berechnet das Tool innerhalb weniger Minuten und in Echtzeit einen indikativen Preis. Dieser muss im Anschluss nur noch von der UBS bestätigt werden und das individuelle Zertifikat ist fertig. Das Tool vergibt außerdem eine ISIN-Nummer und produziert ein sogenanntes Termsheet, das ähnlich wie ein Factsheet bei Fonds, alle relevanten Daten des neuen Zertifikates enthält. Anleger können zudem wählen, ob das Produkt öffentlich an einer der beiden Zertifikatebörsen in Stuttgart oder Frankfurt gelistet werden soll.
Drei Zertifikateplattformen in Deutschland
Zeitgleich mit der UBS zog der Schweizer Mitbewerber Bank Vontobel nach und öffnete 2007 sein bis dato intern genutztes Pricing Tool mit Namen „Deritrade“ via Internet für Kunden in der Schweiz. Seit 2009 wird das Tool auch in Deutschland angeboten. Und im Juli vergangenen Jahres startete die britische Royal Bank of Scotland (RBS) ihr Angebot „RBS MarketDirect“ für deutsche Investoren. "Das Minimuminvestment pro Zertifikat beträgt 50.000 Euro, für Bonuszertifikate sind es 250.000 Euro", erklärt Jan Welling, Experte für strukturierte Produkte RBS. Bei Vontobel sind Kunden ab 75.000 Euro dabei. Das Produktangebot und der Service der beiden Plattformen unterscheiden sich kaum von dem der UBS. Grundsätzlich verfügt jeder aktive Zertifikate-Emittenten über ein hauseigenes Pricing Tools, öffnet dies aber nicht zwangsläufig für Kunden.
Übersicht Zertifikateplattformen
| Anbieter | Name der Plattform | Internetseite |
| UBS | UBS Equity Investor | http://eqi.ibb.ubs.com/equityinvestor |
| Vontobel | Deritrade | http://deritrade.de |
| RBS | MarketDirect | auf Anfrage bei der RBS |
| Anbieter | Telefon | |
| UBS | invest@ubs.com | +49 69 1369 7979 |
| Vontobel | deritrade@vontobel.de | +49 69 297 208 11 |
| RBS | Jan.Welling@rbs.com | +49 69 2690 6755 |
| Ansprechpartner |
| Marcel Langer (UBS) |
| Andreas Blumenstein (Vontobel) |
| Jan Welling (RBS) |
Xicor plant außerbörsliche Handelsplattform
Dennoch nimmt der Wettbewerb zu. So plant etwa das deutsche Startup-Unternehmen Xicor aus Berlin wahrscheinlich noch in der ersten Jahreshälfte 2012 eine neue außerbörsliche Handelsplattform für maßgeschneiderte Zertifikate in Deutschland. Sie soll professionellen Anlegern Zugang zu den Produktangeboten verschiedener Emittenten und wie an einer Börse den besten Preis für das gewünschte individuelle Zertifikat bieten. "Die Mindestanlagesumme steht noch nicht fest, wird aber sehr niedrig sein und fast im Retailbereich liegen”, erklärt Philipp Kalb, Gründer und CEO von Xicor und ehemals Derivatehändler bei der UBS. Die Zusage eines Kunden hat Xicor bereits: die Münchener Depotbank DAB-Bank plant, den ihr angeschlossenen Vermögensverwaltern den Zugang zu Xicor zu ermöglichen.
Schnelligkeit hat ihren Preis
Die Tools sind für die Vermögensverwalter grundsätzlich kostenlos und die Auswahlmöglichkeiten und die Schnelligkeit groß. Das hat jedoch seinen Preis. Nutzer der Plattformen kritisieren, dass die in den maßgeschneiderten Produkten eingeschlossenen Verkaufsmargen für die zugrunde liegenden Optionen vergleichsweise hoch sind. "Wir nutzen die UBS-Plattform wegen der hohen Preise nur, wenn wir für einen Kunden ein Zertifikat schnell auflegen müssen", so Felix Brem, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender des deutsch-schweizer Vermögensverwalter BN Partners. Ansonsten greife man auf gelistete Produkte zurück, da börsennotierte Zertifikate wegen der Transparenz an den Handeslplätzen und vor allem wegen des Preisdruckes durch die vielen Anbieter billiger in der Regel günstiger seien.
Geringe Handelsvolumen
Angaben zu den Preisunterschieden zwischen den maßgeschneiderten und börsengelisteten Zertifikaten machen die Zertifikate-Emittenten allerdings nicht und geben sich auch hinsichtlich der Volumen- und Absatzzahlen zugeknöpft. Eine Schätzung des Absatzvolumens der Zertifikateplattformen ist schwierig. Legt man als Berechnungsgrundlage zum einen die Aussage von UBS-Mann Langer zugrunde, dass die Zahl der über den Equity Investor emittierten Produkte pro Monat im „hundertstelligen Bereich“ liegt, und zum anderen, dass der Mindestbetrag 20.000 Euro ist, so müsste das über das Tool abgesetzte Volumen bei monatlich mindestens 40 Millionen Euro liegen. Zum Vergleich: Das Gesamtvolumen des deutschen Zertifikatemarktes lag laut DDV-Statistik Ende November 2011 bei 101,4 Milliarden Euro. (jb)

Quelle:FONDS professionell
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