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Dubai 1000 Hotel-Fonds: Landgericht Dortmund erklärt Rückabwicklungsbeschluss für rechtswidrig

23.12.2008

Die Geschehnisse um den unter Betrugsverdacht geratenen Fondsinitiator Recker spitzen
sich weiter zu. Die von Recker in Aussicht gestellte Rückabwicklung des Hotelprojekts ist
vorerst gescheitert. Das Landgericht Dortmund erklärte den zu Grunde liegenden
Gesellschafterbeschluss für rechtswidrig und damit unwirksam. Ein entsprechender Antrag
war zuvor von der auf Kapitalanlagerecht spezialisierten Kanzlei KWAG gestellt worden.
Im Sommer dieses Jahres sandte Recker den Anlegern eine Beschlussvorlage, wonach das
Hotelprojekt eingestellt und rückabgewickelt werden sollte. Als Hintergrund führte Recker die
auf staatliche Stellen in Dubai zurückzuführenden Bauverzögerungen an. Zudem drohte
Recker mit einem Totalverlust der Anlegergelder, sollte das bei der Staatsanwaltschaft
Dortmund geführte Ermittlungsverfahren auf die Vereinigten Arabischen Emirate ausgeweitet
werden.

„Diese Rückabwicklung wäre eine Farce gewesen“, erklärt Rechtsanwalt Dr. Oliver M. Fawzy
von der Kanzlei KWAG. „Angesichts der systematischen Informationsverweigerung seitens
Reckers war es den Anlegern unmöglich zu durchschauen, worüber sie eigentlich
abstimmen.“ Offenbar ging es den Verantwortlichen in erster Linie darum, ihren Kopf aus der
Schlinge zu ziehen. So enthielt der Beschluss eine Regelung, wonach die Anleger auf
sämtliche Ansprüche gegen die Geschäftsführung, den Treuhänder und die mit Recker
verheiratete Mittelverwendungskontrolleurin verzichten sollten. Dies ist durch den
Dortmunder Richterspruch nun vereitelt worden.

Selbstverständlich bleibt es Recker unbenommen, einen erneuten
Rückabwicklungsbeschluss herbeizuführen. Fawzy: „Dies setzt jedoch eine ausreichende
Informationsgrundlage voraus. Bislang sind die wesentlichen Umstände der beabsichtigten
Rückabwicklung ungeklärt.“ Das Dortmunder Landgericht legte der Fondsgesellschaft nahe,
eine Gesellschafterversammlung einzuberufen. Ob dies tatsächlich fruchtet, ist jedoch mehr
als zweifelhaft. Der in Dubai verweilende Fondsinitiator entzieht sich seit Monaten den
kritischen Fragen der Anleger. Auch zur Verhandlung vor dem Landgericht Dortmund
erschien Recker nicht - entgegen der ausdrücklichen richterlichen Anordnung.
Auf besonderes Interesse stieß die Einlassung der Fondsgesellschaft, die vermeintliche
Einlage eines karibischen Großinvestors in Höhe von 107,5 Mio. Euro sei zu keinem
Zeitpunkt einbezahlt worden. Hierdurch gerät nun auch der Treuhänder des Fonds, Herr
Markus Lachs, gehörig unter Druck.

Das Fondsvolumen des Dubai 1000 Hotel-Fonds umfasst laut Verkaufsprospekt rund 142
Millionen Euro. Mindestens die Hälfte musste Recker als Eigenkapital bei Anlegern
platzieren. Tatsächlich sind in Deutschland jedoch nur Anteile in Gesamthöhe von etwa 24,8
Mio. Euro gezeichnet worden. Seit Anfang des Jahres ermittelt die Staatsanwaltschaft
Dortmund gegen Recker wegen des Verdachts des Anlagebetrugs. KWAG Rechtsanwälte
vertreten mittlerweile knapp hundert Anleger des Dubai 1000 Hotel-Fonds.

Quelle: FONDS professionell
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